Regensburg: Ehemaliger Regensburger Bischof Manfred Müller gestorben
Lebensabend im Kloster Mallersdorf

Manfred Müller. Bild: dpa

Der ehemalige Bischof von Regensburg, Manfred Müller, ist tot. Der 88-Jährige sei am Mittwoch gestorben, teilte das katholische Bistum auf seiner Website mit. Viele Menschen hätten Müller als «leidenschaftlichen Lehrer» erlebt, sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. «Das Feld der Schulen und der katholischen Erziehung war ihm ein Herzensanliegen.»

Müller war 1972 zum Weihbischof in Augsburg ernannt worden. 1982 wurde er Oberhirte der Diözese Regensburg, das für große Teile Niederbayerns und der Oberpfalz sowie kleinere Gebiete in Oberbayern und Oberfranken zuständig ist. Am 15. Januar 2002 nahm Papst Johannes Paul II. das Rücktrittsgesuch von Bischof Müller anlässlich seines 75. Geburtstags an.

Menschennah, gütig und liebenswürdig

Als Bischof von Regensburg sei es Müller immer ein Anliegen gewesen, «menschennah, gütig und liebenswürdig die Botschaft Jesu zu verkünden», erklärte Bischof Voderholzer. «Er suchte das Gespräch mit den Menschen, und freute sich über jede Gelegenheit des Austausches.» Während seiner Zeit als Geistlicher hatte sich Müller intensiv mit Schulfragen beschäftigt und zunächst sieben Jahre in Schwaben als Religionslehrer gearbeitet. Von 1982 bis 1986 war er Präsident des OIEC, eines Weltverbandes katholischer Schulen. Zudem gründete er mit mehr als 100 000 Euro aus seinem Privatvermögen eine Schulstiftung, die 2002 zur Eröffnung einer nach ihm benannten Volksschule in Regensburg führte.

Würdigung durch Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle

Müller habe sich der Anliegen und Sorgen der jungen Menschen angenommen, würdigte Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) am Mittwoch den Verstorbenen als «bayerischen Schulbischof. «Bischof Manfred Müller hat sich um Bildung und Wissenschaft besondere Verdienste erworben und war ein herausragender Förderer des kirchlichen Schulwesens in seiner eigenen Diözese und weit darüber hinaus.» Der in Augsburg geborene Müller wurde als Soldat im Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Anschließend war er bis 1946 in britischer Kriegsgefangenschaft. Später studierte er in München Theologie und wurde 1952 zum Priester geweiht.

Stürmische Zeiten als Regensburger Bischof

In seiner Zeit als Regensburger Bischof erlebte Müller in den 80er Jahren stürmische Zeiten wegen der damaligen Planungen für die atomare Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf. Müller hatte versucht, eine neutrale Position zwischen den Kernkraftgegnern und den Befürwortern der Atomenergie einzunehmen. Dafür war er von den Anti-WAA-Aktivisten heftig kritisiert worden. Teilweise hatten auch Priester am Bauzaun gegen die Atomanlage protestiert, die später zu den Akten gelegt wurde.

Nach seiner Emeritierung zog Müller ins Kloster der Mallersdorfer Schwestern in Niederbayern. Aus den Streitereien, die es während seines Ruhestandes zwischen seinem Nachfolger Gerhard Ludwig Müller und manchen Pfarrern und Laien gab, hielt sich der Altbischof lange heraus. Erst als der damalige Bischof 2005 die Laienräte radikal umgestaltete und damit die gewählten Vertreter in mehreren Gremien entmachtete, meldete sich Manfred Müller kurzzeitig kritisch zu Wort.

Das Bistum Regensburg hat ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet. (Link zum Kondolenzbuch)
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