Regierung will Handel mit Cannabis für Patienten regeln
Droge auf Rezept

Die Bundesregierung will den Anbau und Handel von Cannabis zur Schmerztherapie in die Hände einer staatlichen Stelle geben. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte am Sonntag, dass der Vorschlag einer Cannabisagentur in einem Referentenentwurf enthalten sei. Die "Welt am Sonntag" hatte zuvor darüber berichtet. Die Gesamtkoordination soll beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) angesiedelt werden.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) haben sich wiederholt dafür ausgesprochen, den Zugang zu Cannabis als Medizin zu erleichtern. Missbrauch müsse aber wirksam verhindert werden. Deshalb soll der Eigenanbau durch Patienten weiter verboten bleiben.

"Die Cannabisagentur schreibt den ... Bedarf an Medizinalhanf nach den Vorgaben des Vergaberechts aus, vergibt ... Aufträge über die Belieferung mit Medizinalhanf an Anbauer und schließt mit diesen zivilrechtliche Liefer- beziehungsweise Dienstleistungsverträge", heißt es dem Zeitungsbericht zufolge in dem Entwurf. "Die Cannabisagentur verkauft den Medizinalhanf anschließend insbesondere an Hersteller von Cannabis-arzneimitteln, Großhändler und Apotheken." Auch der Preis, den Krankenkassen für jedes Präparat zahlen müssen, soll demnach von der Agentur festgelegt werden.
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