Regierung wirbt für nachhaltigen Konsum
Preisschild mit Umweltkosten

Berlin. Die Bundesregierung will Verbraucher und Unternehmen dafür gewinnen, bei Lebensmitteln und anderen Produkten stärker auf Umweltschutz und gute Arbeitsbedingungen zu achten. Das sieht ein "Nationales Programm für nachhaltigen Konsum" vor, das am Mittwoch vom Kabinett beschlossen wurde. Die Regierung will Angebote zu Nachhaltigkeitssiegeln oder Energiesparen ausbauen. Initiativen wie ein Bündnis für nachhaltige Textilien sollen erweitert werden. Ziel ist auch die Entwicklung eines "zweiten Preisschilds", das Sozial- und Umweltkosten von Produkten abbildet.

Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte, das Programm richte sich an die gesamte Gesellschaft und wolle möglichst viele Akteure zur Beteiligung bewegen. An dem Konzept beteiligten sich auch das Verbraucherministerium und das Ernährungsministerium.

Der Naturschutzbund (Nabu) begrüßte die Initiative. Messbare Indikatoren, quantifizierbare Ziele und ein fest definierter Zeitrahmen fehlten aber. Die Regierung wäre gut beraten, "drei bis vier wirkungsvolle Maßnahmen" zu beschließen, die sie selbst umsetzen könne - etwa nachhaltigere öffentliche Beschaffungskriterien. Die Grünen-Verbraucherexpertin Nicole Maisch sprach von einer vagen Wünsch-Dir-was-Liste. "Während das Programm an Vorschlägen für noch mehr Informationskampagnen und -plattformen überquillt, bleiben konkrete Gesetzesinitiativen Fehlanzeige."
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