Regime in Damaskus beginnt Offensive gegen Rebellen
Moskaus Marine feuert nach Syrien

Eine Woche nach Beginn der russischen Luftangriffe hat das syrische Regime mit Hilfe aus Moskau eine Offensive gegen Rebellen begonnen. Die Gefechte nördlich der Stadt Hama seien die heftigsten seit Monaten, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch. Russische Jets hätten in den Provinzen Hama und Idlib fast 40 Ziele bombardiert. Die Operation richtet sich gegen ein Rebellenbündnis, das sowohl das Regime als auch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpft.

Russland griff nach eigenen Angaben erstmals von Kriegsschiffen im Kaspischen Meer Ziele in Syrien an. Mehrere Kreuzer hätten Stellungen des IS bombardiert, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Die Marschflugkörper flogen demnach vom Kaspischen Meer aus über den Iran und den Irak nach Syrien. Russland hatte vor einer Woche mit Luftangriffen in Syrien begonnen und behauptet, damit den IS bekämpfen zu wollen. Moskau steht jedoch in der Kritik, weil sich die Angriffe vor allem gegen Gebiete unter Kontrolle von anderen Regimegegnern richteten, die den IS bekämpfen.

Gegner und Verbündete des Regimes hatten zuvor berichtet, Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah seien für eine Bodenoffensive der Armee gegen Rebellen nach Syrien verlegt worden. Osama Abou Seid, Militärberater der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA), erklärte, die Operation am Mittwoch sei der Beginn dieser Offensive. Das umkämpfte Gebiet steht unter Kontrolle mehrerer moderater und radikaler Gruppen. Zu dem Bündnis gehört neben Brigaden, die vom Westen unterstützt werden, auch die Al-Nusra-Front, ein syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.
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