Regionalparlament bereitet Abspaltung vor
Katalonien sucht Zukunft ohne Spanien

Katalonien stellt den spanischen Staat vor die größte Herausforderung in der jüngeren Geschichte: Die wirtschaftsstarke Region tat den ersten Schritt zu ihrer Abspaltung von Spanien. Das Regionalparlament in Barcelona verabschiedete am Montag eine Resolution, die den offiziellen Beginn der Schaffung eines unabhängigen Staates markieren soll. Die spanische Zentralregierung in Madrid leitete daraufhin sofort eine Anfechtung des Vorhabens vor dem Verfassungsgericht in die Wege.

"Katalonien wird sich nicht abspalten", sagte Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy in Béjar im Westen des Landes. "Meine Regierung wird nicht zulassen, dass der Prozess (einer Abspaltung) fortgesetzt wird." Am Mittwoch werde die Madrider Regierung in einer Sondersitzung eine Verfassungsklage gegen die Entschließung des katalanischen Regionalparlaments beschließen, kündigte Rajoy an. Falls das Verfassungsgericht - wie in Spanien allgemein angenommen wird - die Klage zulässt, wird der Parlamentsbeschluss bis auf weiteres außer Kraft gesetzt.

Die Resolution wurde mit den 72 Stimmen der separatistischen Allianz Junts pel Sí des katalanischen Ministerpräsidenten Artur Mas und der Linkspartei CUP verabschiedet. Die 63 Abgeordneten der anderen Parteien im Regionalparlament votierten dagegen. In der Resolution wird die katalanische Regierung aufgerufen, die Gesetze zum Aufbau eines unabhängigen Staates in Angriff zu nehmen. Das Besondere an der Entschließung: Die Separatisten wollen sich notfalls über das Verfassungsgericht hinwegsetzen.
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