Rekord bei Zuwanderung nach Deutschland
Nicht nur Flüchtlinge

Berlin. Nach Deutschland kommen so viele Einwanderer wie seit Jahrzehnten nicht mehr. "Für 2015 werden wir die höchsten Zuwanderungszahlen seit 1950 verzeichnen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Mittwoch in Berlin. Die Entwicklung geht unter anderem auf die enorm wachsende Zahl an Flüchtlingen zurück: 2015 wurden fast 1,1 Millionen in Deutschland registriert - so viele wie nie zuvor. Aber auch die übrige Migration in die Bundesrepublik nimmt weiter zu - etwa von Menschen, die zum Studieren oder Arbeiten nach Deutschland kommen.

Zahlen zum gesamten Migrationsgeschehen liegen für 2015 noch nicht vor. Aber bereits 2014 kamen sehr viele Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. Das geht aus dem Migrationsbericht 2014 hervor, den der Minister in Berlin vorstellte. Die Zahl der Zuzüge nach Deutschland stieg demnach 2014 auf mehr als 1,46 Millionen. Eine derart hohe Zahl hatte Deutschland zuletzt 1992 erreicht. Es wanderten zwar auch mehr Menschen ab - mehr als 900 000. Unterm Strich blieb aber ein "Wanderungsgewinn" von rund 550 000 Menschen. "Die Zuwanderung nach Deutschland hat auch jenseits von Flüchtlingszuzügen 2014 weiter zugenommen", sagte de Maizière. Es sei wichtig, zwischen Asylsuchenden, Arbeitsmigration, Familiennachzug und EU-Binnenwanderung zu unterscheiden. 60 Prozent der gesamten Zuwanderung 2014 gehe zurück auf Menschen aus EU-Staaten - vor allem aus Ost- und Südeuropa. Es handele sich überwiegend um Arbeitsmigration, Integrationsprobleme gebe es hier kaum.

Groß ist der Anteil der Menschen, die aus humanitären Gründen in die Bundesrepublik kommen. Im Jahr 2014 hatten die Behörden gut 200 000 Asylanträge gezählt. Im Jahr 2015 waren es mehr als doppelt so viel: 476 649. Das ist bereits Rekord. Und die Zahl der eingereisten Flüchtlinge ist noch weit größer. Wegen des großen Andrangs müssen viele Schutzsuchende warten, bis sie überhaupt einen Asylantrag stellen können. Die Zahl der registrierten Flüchtlinge liegt deshalb erheblich über den Antragszahlen: Im Gesamtjahr 2015 wurden 1 091 894 Menschen als asylsuchend erfasst, rund 428 500 davon aus Syrien. Viele Schutzsuchende kamen auch aus Afghanistan (rund 154 000) und dem Irak (etwa 122 000).
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.