"Rettung nicht mehr möglich"

Die Delegation verließ einigermaßen erschüttert die zerstörte Klosterkirche. Botschafter Dr. Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven (hinten links) ließ sich unter anderem von Bürgermeister Petr Navratil (links) das Gebäude zeigen. Bild: Mesto Cheb

Die Spanne der Themen reichte von der Rolle der deutschen Minderheit im Egerland bis hin zum verfallenen Kloster der Kongregation der Barmherzigen Schwestern: Dr. Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven, deutscher Botschafter in der Tschechischen Republik, weilte zu Gesprächen in Eger.

Begleitet wurde der Botschafter bei seinem Besuch vom Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, MdB Hartmut Koschyk. Ebenfalls vor Ort waren der Leiter des Kulturreferats der Deutschen Botschaft in Prag, Thomas Motak, der Präsident der Landesversammlung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien, Martin Dzingel, sowie der Bundesgeschäftsführer der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Christoph Lippert.

Gesprächspartner auf tschechischer Seite waren Bürgermeister Petr Navratil, Vizebürgermeister Pavel Hojda sowie der neu gewählte Vorsitzende des Bundes der Deutschen in der Landschaft Egerland, Michael Pospísil, der auch Mitglied des Egerer Stadtrates ist.

In sehr freundschaftlicher Atmosphäre sprachen die Teilnehmer der Runde über die deutsch-tschechischen Beziehungen im Allgemeinen, die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien, die Frage der Elektrifizierung der Eisenbahnverbindung zwischen Nürnberg und Prag über Cheb/Eger sowie die Rolle der deutschen Minderheit in der Landschaft Egerland, die mit Unterstützung der Bundesregierung über das Balthasar-Neumann-Begegnungszentrum verfügt. Letzterem stattete die Gruppe auch einen Besuch ab. Darin finden sich großzügige Veranstaltungsräume, eine umfangreiche Bibliothek und ein repräsentativer Ausstellungsraum.

Volle Unterstützung

Die Führungsspitze des Regionalverbandes der deutschen Minderheit in der Landschaft Egerland war erst vor kurzem neu gewählt worden. Mit Michael Pospísil und der Bürgermeisterin der Gemeinde Wildstein/Skalná, Rita Skalová, verfügt der Verband jetzt über zwei auch in der tschechischen Kommunalpolitik anerkannte Persönlichkeiten. Hartmut Koschyk und Botschafter Dr. Arndt Freiherr Freytag von Loringhoven sicherten der deutschen Minderheit in der Region Egerland ihre volle Unterstützung zu und würdigten die Zusammenarbeit zwischen der deutschen Minderheit im Egerland und ihren Egerländer Landsleuten in Deutschland und Österreich.

Der Botschafter besichtigte dann auch das verfallene Kloster der Kongregation der Barmherzigen Schwestern. In einer grenzüberschreitenden Unterschriftenaktion hatten mehr als 1800 Menschen darum gebeten, die irreversible Zerstörung der Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters zu verhindern. Bei der Besichtigung vor Ort musste Hartmut Koschyk aber feststellen, dass "... der Status so schlecht ist, dass eine Rettung nicht mehr möglich ist ".

Bau neuer Häuser

Der Vertreter der Eigentümer, Herr Karabec, äußerte sich dazu: "Wir verhandeln derzeit mit den Unternehmen, die Interesse am Kauf des gesamten Bereichs haben. Wir stehen vor der Unterzeichnung eines Vertrages. Allerdings plant jeder mögliche neue Besitzer, das Gebäude dem Erdboden gleichzumachen. Ein weiteres Projekt könnte den eventuellen Bau von Häusern beinhalten."
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