Rückgriff auf Kennedy

Flagge zeigen für sein außenpolitisches Großprojekt: US-Präsident Barack Obama warnte vor einem historischen Fehler, sollten die Abgeordneten in Washington das Abkommen mit dem Iran blockieren. Bild: dpa

Dass die US-Republikaner sich im Streit um das iranische Atomabkommen querstellen würden, war schnell klar. Präsident Obama setzt nun auf Unterstützung aus dem eigenen Lager - und warnt bei einer Blockade vor einem gewaltigen außenpolitischen Fehlgriff.

Die mögliche Blockade des iranischen Atomabkommens durch den US-Kongress wäre nach Einschätzung von Präsident Barack Obama ein historischer Fehler. Die Entscheidung werde so folgenschwer sein wie die zur Invasion des Iraks im Jahr 2003, sagte Obama bei einer Rede am Mittwoch. "Mehr als ein Jahrzehnt später leben wir immer noch mit den Konsequenzen, in den Irak einzumarschieren", sagte er an der American University in Washington. "Mehr denn je müssen wir in unserer Außenpolitik klar denken."

Obama erinnerte an eine historische Rede John F. Kennedys, der 1963 - ebenfalls in der American University - seine Landsleute gedrängt habe, eine Vereinbarung mit einem Land abzuschließen, dem niemand getraut habe. Kennedy warb damals nach Ausbruch der Kuba-Krise für den Atomteststopp-Vertrag mit der Sowjetunion.

Das mit Teheran ausgehandelte Atomabkommen löse zwar nicht alle Probleme. Es garantiere auch keine amerikanisch-iranische Annäherung. Es sorge aber für mehr Sicherheit, verhindere Krieg und halte die Islamische Republik davon ab, Atomwaffen zu bauen. Es sei die beste Wahl und die stärkste Vereinbarung zur Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen. "Das Fazit lautet: Wenn der Iran betrügt, können und werden wir ihn erwischen." Obamas außenpolitische Grundsatzrede richtet sich vor allem an seine Kritiker im Senat und Abgeordnetenhaus, die das Abkommen noch bis zum 17. September blockieren können. "Indem er diesen Deal kippt, würde der Kongress den iranischen Weg zu einer Bombe nicht nur ebnen, sondern beschleunigen", sagte Obama. Wegen der drohenden Blockade der Republikaner setzt er vor allem auf die Unterstützung seiner eigenen Partei.
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