Russland fährt schweres Geschütz auf

Bei der Parade präsentierte Russland erstmals auch den T-14 "Armata". Die rund 50 Tonnen schwere Kampfmaschine wird von den Streitkräften als Inbegriff einer neuen Panzer-Generation angepriesen. Bild: dpa

Interkontinentalraketen, strategische Bomber, Tausende Soldaten: Mit einer pompösen Machtdemonstration gedachte der Kreml am Samstag des Triumphes über Nazi-Deutschland 1945. Russlands ehemalige Alliierte boykottieren aber die Feiern.

Mit der größten Militärparade seiner Geschichte hat Russland den Sieg der Sowjetunion über Hitler-Deutschland vor 70 Jahren gefeiert. Auf dem Roten Platz in Moskau nahm Kremlchef Wladimir Putin die pompöse Waffenschau ab. Neben Putin als Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte saß Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping als einer von mehr als 20 Staatsgästen. Die Spitzen der EU sowie US-Präsident Barack Obama boykottierten aus Protest gegen Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt aber den wichtigsten Feiertag des Riesenreichs.

Schweres Kriegsgerät

Putin sagte in einer Rede zu Beginn der Parade, die Prinzipien der Nachkriegsordnung würden immer häufiger verletzt. Versuche, eine "monopolare" Welt zu schaffen, nähmen zu. Nötig sei aber ein System, das gleiche Sicherheit für alle Staaten garantiere. Putin würdigte den "grandiosen Sieg" der Roten Armee über den Nazismus. Er hob dabei auch die Rolle der westlichen Alliierten in der Anti-Hitler-Koalition hervor. Mit mehr als 27 Millionen Toten hatte die UdSSR die größte Opferzahl im Zweiten Weltkrieg. Zahlreiche Staatschefs ehemaliger Sowjetrepubliken reisten zur Jubiläumsparade an.

Auf einer Ehrentribüne verfolgten Hunderte Veteranen sowie unter anderem Friedensnobelpreisträger Michail Gorbatschow die Gedenkfeier mit mehr als 16 000 Soldaten sowie rund 200 Fahrzeugen und etwa 140 Flugzeugen. Am Kreml rollte schweres Kriegsgerät wie die atomar bestückbare Interkontinentalrakete RS-24 Jars vorbei.

Später zogen Hunderttausende mit Putin an der Spitze und mit Fotos ihrer Verwandten als Weltkriegsteilnehmer in Händen über den Roten Platz. An der Siegesfeier hätten landesweit rund 20 Millionen Menschen teilgenommen, teilte das Innenministerium mit. Russland feiert das Kriegsende am 9. Mai und damit einen Tag später als der Westen, weil 1945 die deutsche Kapitulation vor den Sowjettruppen erst mit Verspätung unterzeichnet worden war.

Gedenken auch in Berlin

Auch in Berlin gedachten am Samstag Tausende Menschen der Opfer des Kriegs. Vor den Sowjetischen Ehrenmalen in Treptow und in der Nähe des Brandenburger Tors legten sie Blumen und Kränze nieder. Darunter waren Botschafter verschiedener Länder. Zu den Gedenkveranstaltungen in Berlin waren auch Mitglieder und Sympathisanten des kremlnahen Motorradclubs "Nachtwölfe" gekommen.
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