Russland stoppt Lieferungen an die Ukraine - Neue Verhandlungen im Dezember
Neuerlicher Streit ums Gas

Der Streit um Energielieferungen zwischen Russland und der Ukraine schaukelt sich immer weiter hoch. Russland stellte am Mittwoch die Gasversorgung für das Nachbarland ein, weil Kiew kein Geld für weitere Mengen überwiesen hat.

Der Schritt war erwartet worden, nachdem die Ukraine mitgeteilt hatte, vorerst kein russisches Gas zu benötigen. Zugleich erschwerte Moskau die Kohlelieferungen an Kiew. Beobachter sehen darin eine Reaktion auf den massiven Stromausfall auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim. Durch die Sprengung von Strommasten, mutmaßlich durch protestierende Krimtataren und ukrainische Nationalisten, war die Stromversorgung der Krim aus der Ukraine am Samstag gekappt worden.

Der Chef des russischen Monopolisten Gazprom, Alexej Miller, sagte in Moskau: "Es gibt weder neue Vorauszahlungen noch neue Bestellungen. Deshalb haben wir die (Gas-)Lieferungen eingestellt." Er sprach von "ernsten Risiken" für die Versorgung Westeuropas. Eine neue Verhandlungsrunde zum Gaspreis für das erste Quartal 2016 ist für Dezember geplant. Die Ukraine ist das wichtigste Transitland für russisches Gas in die Europäische Union (EU). Europa hängt am Tropf Russlands. Die EU bekam 2013 ein Drittel ihrer Rohöl-Importe aus Russland. Beim Gas waren es knapp 40 Prozent. Für sechs EU-Staaten, vor allem Osteuropäer, ist Russland der einzige Erdgaslieferant.
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