Russland wählt in Wirtschaftskrise neues Parlament
Duma-Wahl diesmal sauberer

Moskau. Bei der russischen Parlamentswahl am Sonntag will die Kremlpartei Geeintes Russland trotz einer tiefen Wirtschaftskrise ihre Macht festigen. Im größten Flächenland der Erde sind nach Angaben der Zentralen Wahlkommission in Moskau 111 Millionen Menschen aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Präsident Wladimir Putin erklärte die Wahlen zur Bürgerpflicht: "Treffen Sie ihre Wahl, stimmen Sie für Russland!" Eine Prognose wird nach Schließung der letzten Wahllokale am Sonntagabend ab 20 Uhr MESZ erwartet. Das offizielle Ergebnis soll am Montag feststehen. Nach der Parlamentswahl 2011 war es zu den bislang heftigsten Protesten gegen Putins Führung gekommen, Hunderttausende warfen den Behörden Wahlfälschung vor. Deshalb hat Putin nun die frühere Menschenrechtsbeauftragte Ella Pamfilowa (63) zur Wahlleiterin berufen, die einen guten Ruf genießt.

Pamfilowa hat bei einem emotionalen Auftritt ihr Schicksal an eine erfolgreiche Parlamentswahl am kommenden Sonntag geknüpft. "Wenn ich diese Wahl verpatze, natürlich, dann trete ich zurück", sagte sie am Donnerstag. Pamfilowa verwies darauf, dass sich diesmal 14 Parteien mit 6480 Kandidaten um die 450 Sitze bewerben. 2011 waren nur 7 Parteien und 3000 Kandidaten zugelassen. Pamfilowa sagte, seit ihrer Berufung vor fünf Monaten sei viel am Wahlverfahren verbessert worden

Trotzdem verschaffen die Regeln nach Ansicht der Opposition den kremltreuen Parteien Geeintes Russland, Gerechtes Russland, den Kommunisten und Liberaldemokraten einen Startvorteil. Für die Staatsduma in Moskau müssen 450 Abgeordnete bestimmt werden. Daneben werden in vielen Gebieten Regional- und Kommunalparlamente gewählt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und andere Institutionen entsenden mehrere Hundert Beobachter.
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