SAS-Spezialkräfte zurück im Einsatz in der afghanischen Provinz Helmand
Revanche für britische Verluste

Kabul. Fünf Jahre nach Abzug aus dem umkämpften südafghanischen Bezirk Sangin sind britische Soldaten dort wieder im Einsatz. Die Mitglieder einer Spezialeinheit sollen als Berater und Trainer dabei helfen, die Stadt Sangin und den gleichnamigen Bezirk in der umkämpften Provinz Helmand von den islamistischen Taliban zurückzuerobern.

Der Fall des Distrikts Sangin ist von hoher symbolischer Bedeutung für Großbritannien. Hier hatten die Briten in blutigen Gefechten mit Aufständischen ihre schwersten Verluste erlitten. Bis sie im September 2010 die Verantwortung an US-Streitkräfte übertrugen, waren 106 britische Soldaten in Sangin gestorben.

Die britische Regierung äußert sich grundsätzlich nicht zum Einsatz von SAS-Spezialeinheiten. Eine Sprecherin teilte lediglich mit, dass eine "geringe Zahl" von Soldaten in die Provinz Helmand geschickt werde, die aber nicht außerhalb eines Lagers eingesetzt würden. Sie seien Teil eines größeren Nato-Beraterteams.

Großbritannien habe im Camp Schorabak weniger als 20 Berater stationiert, die das 215. afghanische Korps in der Provinz Helmand trainieren sollten, sagte der Sprecher der Nato-Mission, Michael Lawhorn.

Der britischen Tageszeitung "Times" zufolge soll eine aus 30 Soldaten bestehende Spezialeinheit (SAS) US-Spezialkräften und der afghanischen Armee helfen, Sangin zurückzuerobern. Das Zentrum war erst am Sonntag in die Hände der Islamisten gefallen. Kämpfe gebe es noch um eine letzte verbliebene Armeebasis im Süden des Bezirks, sagte ein Taliban-Kommandeur.
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