Scharfe Reaktionen auf türkische Angriffe
Kanzlerin nennt Attacken Erdogans "nicht nachvollziehbar"

Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Angriffe des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen Bundestagsabgeordnete wegen der Armenien-Resolution zurückgewiesen. "Die Vorwürfe und die Aussagen, die da jetzt gemacht werden von der türkischen Seite, halte ich für nicht nachvollziehbar", sagte Merkel am Dienstag in Berlin. Wegen der wüsten Beschimpfungen deutscher Abgeordneter durch Erdogan lud das Auswärtige Amt auch den Geschäftsträger der türkischen Botschaft in Berlin zum Gespräch. Den Botschafter hatte Erdogan sofort nach der Völkermord-Resolution des Bundestages am vergangenen Donnerstag in die Heimat zurückgerufen. Die jüngsten Äußerungen in der Türkei zu deutschen Abgeordneten seien von deutscher Seite mit Unverständnis aufgenommen worden, hieß es.

Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth von den Grünen warf Erdogan vor, "offene Hetze" gegen deutsche Abgeordnete zu betreiben. Sie forderte Merkel auf, bei Erdogan offiziell gegen dessen Vorwürfe zu protestieren. "Die Kanzlerin muss jetzt klar Stellung beziehen. Was Erdogan macht, verstößt gegen alle Gepflogenheiten", sagte Roth. "Das darf man ihm nicht durchgehen lassen."
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