Scheidender US-Präsident in Griechenland
Obamas „letzter Wille“

Noch ist er im Amt, und daran lässt US-Präsident Barack bei seinem Besuch in Athen auch keinen Zweifel. Vor seiner Weiterreise nach Berlin will er am Mittwoch eine "Vermächtnisrede" halten.

Athen. Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat sich am Dienstag in Athen für eine Reduzierung der griechischen Schuldenlast ausgesprochen. Es sei ein guter Zeitpunkt für einen derartigen Schritt, die griechische Wirtschaft beginne wieder langsam zu wachsen, sagte Obama. Er bekräftigt auch die Verbundenheit mit Europa und die Kontinuität durch die Nato.

Von einer Schuldenerleichterung für Griechenland könnten letztlich alle Beteiligten profitieren, sagte Obama am Dienstag im Gespräch mit Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos. "Wir glauben, dass ein starkes, vereintes und wohlhabendes Europa nicht nur gut für die Europäer, sondern auch für die Welt und die USA ist", sagte Obama. Über den Ministerpräsidenten Alexis Tsipras äußerte er sich anerkennend - dieser setze harte, notwendige Reformen um. Nun brauche Griechenland jedoch Luft zum Atmen und Investitionen, um den "konkreten, verheerenden Auswirkungen der Krise für das Volk" entgegentreten zu können. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Tsipras standen auch die Flüchtlingskrise, der Kampf gegen den Terrorismus und die Lage im destabilisierten Osten des Mittelmeeres.

Auf die Frage, ob er selbst mit daran schuld sei, dass die Amerikaner Donald Trump gewählt hätten, blieb Obama gelassen, äußerte sich jedoch negativ über die im Wahlkampf vorherrschende Rhetorik. "Ich fühle mich nicht verantwortlich dafür, was Donald Trump sagt oder tut", ergänzte er. Außerdem stehe sein Land "unbestritten besser da" als bei seinem Amtsantritt vor acht Jahren.

Nato als Grundpfeiler


Womöglich hätten die Menschen jedoch etwas "bewegen" wollen, immerhin sei er lange im Amt gewesen, so Obama. Nun sei ein fließender Übergang wichtig. Für gute Verbindungen nach Europa steht in seinen Augen in jedem Fall die Nato ein. "Sie ist der Grundpfeiler unserer gemeinsamen Sicherheit und sorgt für Kontinuität selbst wenn wir in den USA den Übergang zu einer republikanischen Regierung erleben."

Am Mittwoch wollte der US-Präsident in der "Geburtsstadt der Demokratie" eine Rede halten, die viele als sein "Vermächtnis" werteten. Sofern Zeit bleibe, wolle er die Akropolis besuchen. Den Griechen habe die heutige Welt viel zu verdanken - Demokratie, Philosophie und viele grundsätzliche Gedanken, die auch maßgeblich die heutigen Vereinigten Staaten geprägt hätten, sagte Obama.
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