Schottland strebt nach Unabhängigkeit: zweites Referendum als Ziel
Zerrissenes Land

London. Großbritannien im Höhenrausch: Ganz alleine, ohne die Last europäischer Partner will das Königreich künftig seine Rolle in der Welt finden. Doch in diese Mammutaufgabe geht das Königreich als angeschlagenes und - wie spätestens das Brexit-Referendum offenbarte - zerrissenes Land. Die Gräben verlaufen zwischen den Landesteilen, aber auch zwischen gesellschaftlichen Schichten, zwischen Arm und Reich, zwischen Alt und Jung, zwischen Stadt und Land.

Bruch droht


So droht dem Königreich der interne Bruch, noch ehe die Loslösung von der Europäischen Union so richtig über die Bühne gegangen ist. "Die Politiker, die Großbritannien aus der EU führen, müssen sich wappnen vor der klaffenden Lücke, die sich zwischen ihrer politischen Rhetorik und den Realitäten da draußen auftut", sagt Robin Niblett, Direktor des angesehensten britischen Thinktanks Chatham House. Schottland will die Unabhängigkeit. Und mit dem vor allem von Wählern in England und Wales erzwungenen EU-Ausstieg Großbritanniens haben die Nationalisten nördlich der Grenze neuen Vorschub bekommen. "Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum ist nun höchstwahrscheinlich", sagt die schottische Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon und gibt dafür einen Zeitrahmen von zwei Jahren vor.

Nordirland nächste Flanke


Ein im EU-Trennungskrieg geschundenes Großbritannien könnte es schwer haben, die energischen Schotten im Zaum zu halten. Zumal in Nordirland die nächste Flanke offenliegt. Die Menschen auf der Nachbarinsel Großbritanniens sind auf Gedeih und Verderb auf das EU-Land Irland angewiesen. Die linksgerichtete Sinn-Fein-Partei forderte bereits die Wiedervereinigung des Nordens mit der Republik und die Loslösung von Großbritannien.
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