Schülercafé "Scout" ist gestorben
Im Stadtrat fließen Tränen

Tanja Koller (Mitte hinterm Tresen) war restlos bedient. Bild: Hartl

Weiden. (fku) Auf den Zuhörerplätzen flossen Tränen. Die Jugendlichen und vor allem "Scout"-Leiterin Tanja Koller konnten es nicht fassen. Mit knapper Mehrheit beschloss der Stadtrat: Das Schülercafé "Scout" ist gestorben. Zumindest in der bisherigen Form.

Tanja Koller war restlos bedient. Vor zwei Jahren war sie angetreten, um das städtische Schülercafé "Scout" wiederzubeleben. In der Stadtratssitzung bescheinigte nicht zuletzt Sozialdezernent Hermann Hubmann dem Kolping-Bildungswerk als Betreiber "sehr erfolgreiche Arbeit". Dies stellte auch niemand in Abrede. Dennoch musste Ex-SPD-Stadträtin Koller am Montag miterleben, wie das Gremium ihren Arbeitgeber ins Aus schickte: Eine 21:19-Mehrheit trat dafür ein, dass die Betriebsführung nicht wieder ausgeschrieben wird.

"Haben das Schülercafé beerdigt"

Die Stadt spart damit rund 75 000 Euro pro Jahr. Noch bis zum Schuljahresende setzt das Bildungswerk zwei hauptamtliche pädagogische Mitarbeiterinnen und eine Küchenkraft im "Scout" ein. Enttäuscht reagierte SPD-Fraktionssprecher Roland Richter, der zuvor eine Lanze für den "dezentralen Jugendtreff im Herzen der Altstadt" gebrochen hatte: "Sie haben das Schülercafé beerdigt", warf er den Gegnern aus Reihen von CSU, Bürgerliste und Grünen vor. Die Einrichtung sei "ein wichtiger Baustein der Jugendarbeit in Weiden". Auch nach Ansicht von OB Kurt Seggewiß bedeutet das Abstimmungsergebnis, dass das Schülercafé Ende August schließen muss.

CSU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Pausch widersprach: Seine Fraktion sei lediglich für einen Betreiberwechsel. Der Stadtjugendring (SJR) soll sich künftig ums "Scout" kümmern. Pausch schilderte dies als einzige Möglichkeit, die im Feuer stehende vierte Sozialpädagogen-Stelle zu retten. Seggewiß und Richter wollten das eine nicht mit dem anderen verknüpft wissen: Die vierte Stelle definiere sich über ganz andere Aufgaben, sagte Richter. Er erinnerte unter anderem an den Einsatz für das Bündnis "Weiden ist bunt und die Kampagne "Need No Speed". Einstimmig verständigte sich das Gremium dann doch auf folgende Vorgehensweise: Der Jugendring erarbeitet ein Konzept für die vierte Stelle. Dieses soll in einen neuen Grundlagenvertrag einfließen, den Stadt und SJR aushandeln.
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