Schüttel-Frost

Es war ein Handschlag der denkbar kältesten Art. Zwei Sekunden kurz, kein einziges Wort, ein ganz schneller Blick in die Augen nur. Bei ihrem ersten gemeinsamen Kameratermin nach langer Pause machten weder Kremlchef Wladimir Putin (links) noch der amerikanische Präsident Barack Obama irgendwelche Bemühungen, ihre Vorbehalte zu verbergen. Bild: dpa

Die Erwartungen an Barack Obama und Wladimir Putin vor ihrem Gipfel in New York waren groß. Nach zwei Reden, einem eisigen Handschlag und einem langen Gespräch ist man in Sachen Syrien nicht viel weiter. Aber wenigstens: Man redet wieder miteinander.

US-Präsident Obama und Russlands Staatschef Putin haben sich bei ihrem ersten offiziellen Treffen seit mehr als zwei Jahren nicht auf ein gemeinsames Vorgehen zur Beendigung des Blutvergießens in Syrien einigen können. Während ihres Gesprächs am Rande der UN-Vollversammlung, das laut Beobachtern kühl verlaufen sein soll, seien keine konkreten Schritte vereinbart worden, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow. Aber es gebe doch "Spielraum für weitere Gespräche", fügte Lawrow am Dienstag hinzu. Hauptstreitpunkt ist das Schicksal des von Russland unterstützten syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Russland gehe es gar nicht in erster Linie um die Zukunft Assads, sondern es wolle die Zerstörung des Nahen Ostens durch Terroristen stoppen, deutete Lawrow Kompromissbereitschaft an. Obama und Putin hatten zuletzt im November 2014 in Peking wenige Minuten miteinander gesprochen. Das letzte offizielle Treffen fand im Juni 2013 während des G8-Gipfels in Nordirland statt. In New York sprachen die beiden Präsidenten nach Angaben eines US-Regierungsbeamten 90 Minuten lang miteinander - die erste Hälfte über die Ukraine-Krise und die zweite über Syrien. "Im Fall Syriens sind die beiden Seiten grundsätzlich anderer Meinung, welche Rolle Syriens Präsident Baschar al-Assad bei der Beilegung des Bürgerkrieges spielen wird", sagte er. Die EU stellte sich im Fall Assad an die Seite der Amerikaner. "Wir können nicht vergessen, dass Millionen Menschen wegen seiner furchtbaren Methoden, die Stabilität Syriens zu sichern, geflohen sind", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk am Dienstag in New York.
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