Schwerverletzte in Pressath gefunden - Sonderkommission "Nachtläufer" ermittelt
25-Jährige aus dem Koma erwacht

Polizisten sperrten am Samstagvormittag die Bachstraße ab, um den Spezialisten der Spurensicherung die Arbeit zu erleichtern. Bilder: Anne Spitaler (2)
 
Die blaue Tüte markiert den Fundort der jungen Frau. Der Notarzt hat ihr den Beutel unter den Kopf gelegt.

Pressath. (wüw/spi/is) Nach Informationen der Polizei ist das 25-jährige Opfer nach einer längeren Operation im Uniklinikum Regensburg stabil und mittlerweile aus dem Koma erwacht. Nach Angaben der Ärzte ist sie mittlerweile außer Lebensgefahr.

Die Polizei hat zu den Ermittlungen eine Sonderkommission mit dem Namen "Nachtläufer" eingerichtet. Diese war zeitweilig mit bis zu 70 Beamten im Einsatz. Kräfte der Bereitschaftspolizei wurden noch am Samstagnachmittag angefordert und suchten weiträumig den Außenbereich des Wohn- und Geschäftshauses nach möglichen Spuren ab.

Einsatz eines 3D-Scanners

Eine Gerichtsmedizinerin von der Gerichtsmedizin in Erlangen wurde an den Ort des Geschehens geholt, um eine Bewertung der Auffinde-Situation im Zusammenhang mit den vorhandenen Spuren vornehmen zu können. Noch in der Nacht zum Sonntag erfolgte der Einsatz eines 3D-Scanners vom Bayerischen Landeskriminalamt München, der eine dreidimensionale Betrachtungsweise der Wohnung ermöglicht. Diese Aufnahmen unterstützen eine fundierte und beweiskräftige Tatrekonstruktion. Auch über die Feiertage werden die weiteren Ermittlungen ohne Zeitverzug fortgesetzt.

Schwerverletzte Frau

Blutüberströmt lag am frühen Samstagmorgen eine junge Frau in der Bachstraße vor einem Haus. Die Polizei ermittelt wegen eines Kapitalverbrechens. Ein Mann untersucht mit seinen Fingern einen Kanaldeckel, seine Hände stecken in blauen Handschuhen, ein Polizist leuchtet ihm mit einer Taschenlampe – und auf der anderen Straßenseite bringt eine junge Familie die Wochenendeinkäufe heim, drei Mountainbiker treffen sich am Fuß des Stadtbergs zur Ausfahrt. Wo die Kreisstraße fünf auf die Bachstraße trifft, prallen am Samstagmorgen auch Kleinstadtidylle und Szenen wie aus einen Krimi vom Samstagabend aufeinander.

Straße gesperrt

Normalerweise lässt sich die Polizei ungern bei ihrer Arbeit zusehen. Diesmal kann sie es nicht verhindern, der Tatort liegt auf einer der wichtigsten Zufahrtsstraßen zur Pressather Ortsmitte, ganz nahe am Zentrum. Dort, in der Bachstraße, lag am Samstagmorgen eine schwerverletzte junge Frau. Die Polizeibeamten haben die gesamte Straße auf einer Länge von rund 30 Metern gesperrt. Uniformierte Beamte aus Weiden, Eschenbach und Kemnath schirmen die unmittelbare Umgebung des Tatorts ab, damit die Spezialisten der Kriminalpolizei Weiden die Spuren sichern können.

Hilfeschreie

Gegen 3.45 Uhr hatten Anwohner Hilferufe gehört und Alarm bei der Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg ausgelöst. Die 25-Jährige lag auf dem Gehweg direkt vor dem Haus, in dem sie im ersten Stock alleine in einer Wohnung lebt. Die Ärzte im Weidener Klinikum stellten schwere Verletzungen an Kopf und Brust fest. Die Frau schwebt in akuter Lebensgefahr. Zur weiteren Behandlung wurde sie nach Regensburg verlegt. Ob der Fundort auch der Tatort ist, wollte die Polizei am Samstagmorgen noch nicht bestätigten. Laut Polizeisprecher Werner Stopfer kann sich der Angriff auch im Haus oder in der näheren Umgebung ereignet haben.

Massive Gewalteinwirkung

„Es gab massive Gewalteinwirkung gegen den Kopf“, erklärt Werner Stopfer. Die Polizei schließe laut des stellvertretenden Leiters der Polizeiinspektion Eschenbach deshalb eine versuchte Tötung nicht aus. Ansonsten gebe es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Frau sei nicht vernehmungsfähig. Alles sei möglich, etwa eine Beziehungstat, die Frau könne aber auch einfach zum „falschen Zeitpunkt am falschen Ort“ gewesen sein. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“

Auch die Nachbarn wissen wenig über die Frau. Laut Stopfer wohne sie erst seit kurzer Zeit in Pressath. Im angrenzenden Buchladen gibt es nur ein Kopfschütteln, nein, man kenne die Frau nicht, ebenso reagieren Passanten auf der Straße oder im Schmuckgeschäft nebenan. Letzteres könnte dennoch wichtige Hilfe zur Aufklärung des Vorfalls liefern. Der Besitzer überwacht den Eingang des Geschäfts mit einer Kamera. Die Polizeibeamten hoffen, dass sie auf den Aufzeichnungen Hinweise zur Lösung des Falls finden. Hinweise, die zur weiteren Aufklärung führen können, werden an die Kriminalpolizei Weiden unter der Rufnummer 0961 / 4010 erbeten.
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