Seehofer bleibt viele Antworten zur Energiewende schuldig

Horst Seehofers Populismus hat durchaus seine guten Seiten. Dazu zählt seine Wende in Sachen Atomkraft nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima im Jahr 2011, dazu zählt auch sein Schwenk, mit dem er den Bau von Stromtrassen nach Bayern infrage stellt.

In seiner Regierungserklärung vor drei Jahren zur Energiewende im Freistaat nannte der Ministerpräsident den Atomausstieg und den Umstieg auf erneuerbare Energien zu Recht "ethisch geboten". Das gilt unverändert. Damals sprach Seehofer auch davon, dass "Bayern ein Land der Bürgerenergie" sei.

Letzteres gefährdet er heute. Die von ihm mitgetragene Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes stärkt wieder die großen Stromanbieter gegenüber den kleinen.

So wie 2011 gilt auch heute: Eine nachhaltige Energiewende, bedeutet nicht nur den Umstieg auf erneuerbare Energien. Ihr Ziel ist die dezentrale und autarke Energieversorgung. Der Bau von Windkraftanlagen auf hoher See, nur um dann den Strom in den Süden zu leiten, widerspricht diesem Prinzip. Ebenso neue Gaskraftwerke.

Vor drei Jahren sagte Seehofer, die Umstieg verlange von allen große Anstrengung. Die Bürger wollen wissen: welche? Wo in Bayern kommen Solarparks hin? Wo werden im Freistaat Windräder gebaut? Und die Bürger wollen, dass der Storm bezahlbar bleibt. Doch Seehofer bleibt die Antworten schuldig.
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