Seehofer hofiert Ungeist aus Ungarn
Flüchtlinge: Populismus und Scheinheiligkeit

Ministerpräsident Horst Seehofer scheint jedes Mittel recht zu sein, um sich gegen die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Merkel abzugrenzen. Um dies wirksam nach außen zu tragen, hat er bei der CSU-Klausurtagung den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban als Ehrengast eingeladen. Beide Politiker, die in Sachen Populismus ihresgleichen suchen, sind sich einig in ihrer Kritik an der Flüchtlingspolitik Merkels. In ihr sehen sie die Schuldige für das Chaos in Europa. Sicherlich darf man die Bundesregierung kritisieren, weil sie die Einwanderungswelle in ihrer Intensität unterschätzt hat. Dennoch hätte sich Seehofer überlegen sollen, wen er sich da an seine Seite holt.

Orban sieht sich als Prinz Eugen, indem er Europa als selbst ernannter Grenzschutzkapitän vor den angeblich schädlichen Einflüssen des Islams bewahren will. Die von ihm angeordneten "Schutzmaßnahmen" sind menschenverachtend und an Brutalität kaum noch zu überbieten. Die Menschenrechte scheinen Orban völlig fremd zu sein. Dass die CSU mit ihrem Wortführer Seehofer diesen Ungeist aus Ungarn hofiert und obendrein noch Beifall klatscht, ist mehr als bedenklich. Damit steht Seehofer in der Tradition von Franz Josef Strauß, der keinerlei Skrupel hatte, sich in Gegenwart von Pinochet, Stroessner und Botha zu zeigen.

Gerhard Steller , 92637 Weiden

Plötzlich eine ernste Gefahr

Schon immer waren mutige Menschen unterwegs, um zu "schauen, was hinter den Bergen dort haust". 60 Millionen Flüchtlinge sind weltweit zum Großteil wegen Kriegen, unerträglichen wirtschaftlichen und politischen Lebensverhältnissen unterwegs und weil sie hoffen, anderswo ein besseres Leben führen zu können. Nach der Integration von 12 Millionen Nachkriegsflüchtlingen kamen jährlich fast 1 Million Ausländer zu uns. Aber plötzlich soll etwa die gleiche Zahl an Flüchtlingen, die überwiegend aus guten Verhältnissen stammen und gebildet sind, die robust sein müssen, um es bis nach Deutschland zu schaffen, eine ernste Gefahr darstellen? Dabei wären die meisten nach intensiver Integrationsphase geeignet, das demografische Defizit zu beheben, die offenen Stellen zu besetzen und uns kulturell zu bereichern. Über Jahrzehnte haben Politiker ein Einwanderungsgesetz verhindert, das Flüchtlingen nach strengen Kriterien eine menschenwürdige Einreise ermöglicht hätte. Schleuser, die in anderen Zeiten als Fluchthelfer-Helden gefeiert wurden, wären arbeitslos.

Aber solange der Staat fast 7 Milliarden Euro für Agrarsubventionen ausgibt und die Wirtschaft für viele Milliarden Euro Waffen hochprofitabel exportiert, aber wir nur 8 Milliarden Euro für Entwicklungshilfe ausgeben, wird sich nichts ändern.

Karl Weis, 71088 Holzgerlingen

Junge Syrer sollen für ihr Land kämpfen

Es ist schon merkwürdig, dass bisher kein europäischer Politiker auf die Idee gekommen ist, den jungen, kräftigen Syrern, die zu Hunderttausenden Europa überfluten, eine militärische Ausbildung anzubieten. Auch bei den Syrern selbst scheint keiner diesen Wunsch zu haben. Die Nato könnte in Europa militärische Ausbildungscamps für Syrer einrichten und sie an allen relevanten Waffen schulen, dann könnten die Syrer eine Exilarmee aufstellen - die von der Nato mit modernen Waffen ausgestattet - in der Lage wäre, ihr Land von all jenen zu befreien, vor denen sie jetzt fliehen, seien es Assad oder der IS. Die Amerikaner könnten die nötige Luftunterstützung leisten.

Als Hitler nach 1939 Europa unterwarf, bildeten sich in nahezu allen Staaten Untergrund-Kampfgruppen, die der deutschen Wehrmacht das Leben schwer machten und später bei der Befreiung ihrer Länder mithalfen. Das geschlagene Frankreich stellte in Afrika und England eine Exilarmee auf, und die vertriebenen Juden forderten von den Engländern, eigene Truppen stellen zu dürfen, um Deutschland zu befreien. Es ist nicht einzusehen, warum andere Völker eventuell für die Befreiung Syriens bluten sollen, während sich junge, kampffähige Syrer vornehm zurückhalten und warten, bis sie in ihr Land zurückkehren können.

Manfred Lotterschmid,92237 Sulzbach-Rosenberg
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