Seehofer pocht auf Begrenzung der Flüchtlingszahlen
CSU-Chef setzt Merkel Frist bis Ende des Jahres

Kreuth. Die Fronten im Flüchtlingsstreit zwischen CSU und CDU bleiben verhärtet: CSU-Chef Horst Seehofer setzte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch bei der Winterklausur in Wildbad Kreuth eine Frist bis Jahresende zur Begrenzung der Flüchtlingszahlen und verlangte erneut eine Obergrenze von 200 000 Flüchtlingen in diesem Jahr. Doch die Kanzlerin lehnte hinter verschlossenen Türen eine Festlegung sowohl auf eine Zahl als auch einen Zeitrahmen ab und forderte stattdessen die CSU auf, ihr mehr Zeit zu geben. Das berichteten CSU-Abgeordnete anschließend. Seehofer reagierte gelassen: "Es konnte aber nicht erwartet werden, dass wir jetzt in ein oder zwei Stunden hier in Kreuth plötzlich einen völligen Konsens haben", sagte er im "heute journal" des ZDF. Er machte zugleich deutlich, dass seine Partei an ihrer Forderung festhält: "Wir werden weiter unser Ziel verfolgen." Schon zum Auftakt der Klausur sagte Seehofer: "In aller Ruhe bleibe ich bei meiner Forderung, dass wir im Jahre 2016 eine Wende in der Flüchtlingspolitik - und zwar aller Facetten - brauchen." Die CDU-Chefin erteilte ihm bereits bei ihrem Eintreffen erwartungsgemäß erneut eine Absage. Es habe eine harte Auseinandersetzung gegeben, berichteten die Teilnehmer anschließend. Die CSU-Abgeordneten forderten Merkel zu schnellerem Handeln auf. Als derzeit wichtigste nationale Maßnahme verlangten sie ein Zurückweisen von Flüchtlingen ohne gültige Papiere an der Grenze. Merkels Reaktion laut Teilnehmern: "Ich bitte darum, dass man mir mehr Zeit gibt." Es seien noch nicht genügend Versuche unternommen worden, den Andrang der Flüchtlinge auf andere Weise zu begrenzen. (Seite 2)

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