Serie von gelockerten Radmuttern: Polizei mahnt zur Wachsamkeit
Vorsicht: Schraube locker

Seit Monaten werden immer wieder Radmuttern an Reifen gelockert. Die Polizei tappt im Dunkeln. Bild: ck
Vohenstrauß. (ck) Eine Serie von gelockerten Radmuttern an Autoreifen macht der Vohenstraußer Polizei seit Monaten zu schaffen. Dienststellenleiter Martin Zehent mahnt die Bürger, wachsam zu sein. In einem der mittlerweile 14 Fälle kam es sogar zu einer gefährlichen Situation mit einer Leichtverletzten.

Ende Mai wurden die Beamten der Polizeiinspektion Vohenstrauß erstmals mit einer solchen Anzeige konfrontiert. Der vorerst letzte Fall war erst am Wochenende im Tulpenweg.

Im Juli verlor eine junge Pleysteinerin auf der Heimfahrt fast einen Reifen. Sie bemerkte das ungewöhnliche Fahrverhalten ihres Golfs noch rechtzeitig. Mit einer Vollbremsung konnte die Frau Schlimmeres verhindern, allerdings verletzte sie sich leicht im Nacken. Zehent: "Es handelt sich um einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Der Täter muss sich schon im Klaren sein, dass er im Falle von körperlichen Schäden strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wird."

Polizei bittet um Mithilfe

Die Ermittlungen seien schwierig, weil Tatzeit und Tatort jeweils nur schwer festzulegen sind. "Man kann schon noch eine Zeitlang weiterfahren, bis man merkt, dass an dem Auto was nicht stimmt." Zehent bittet die Bevölkerung deswegen eindringlich, sensibel zu sein - sowohl in Bezug auf das eigene Auto als auch auf verdächtige Personen: "Die Leute können sich immer bei uns melden, auch wenn die Auffälligkeiten noch so vage sind. Wir sind auf Hinweise angewiesen." Der Polizist rät, Autos nachts in der Garage zu parken.

Bislang haben die Untersuchungen zu keinen Ergebnissen geführt. Zehent: "Es gibt kein Muster oder einen Zusammenhang zwischen den Geschädigten. Man kann nicht erkennen, dass der oder die Täter zielgerichtet bestimmte Personen treffen wollen." Bei der Frage nach einem möglichen Motiv muss der erfahrene Polizist also passen.

Weder bei den betroffenen Autofahrern noch bei deren Fahrzeugen gebe es irgendeine Übereinstimmung. "Das sind ganz normale Leute mit ganz normalen Autos, vom Corsa bis zum Audi." Einziger "Ausreißer" in der Reihe sei ein Postauto. Die Suche nach Ansatzpunkten im persönlichen Umfeld der Geschädigten blieb erfolglos.

Kräftige Täter

In den überwiegenden Fällen lockerte der Täter mehrere Radmuttern des linken Vorderrads. Allerdings habe der Unbekannte auch einige Male gleich mehrere Reifen eines Wagens manipuliert. Bei einer Tat löste der Kriminelle sogar ein Radmutterschloss. Dazu benötige man spezielles Werkzeug, so Zehent.

Zumindest das Gebiet, in dem der Täter bisher zugange war, könne man auf Pleystein und den östlichen Bereich der Stadt Vohenstrauß eingrenzen. In der Nachbargemeinde Pleystein gab es einen "gewissen Schwerpunkt" auf dem Parkplatz einer Gaststätte.

Der Polizeichef geht nicht unbedingt und ausschließlich von einem Serientäter aus. Bei solchen Delikten müsse man immer Trittbrettfahrer in Betracht ziehen. Beim Täterprofil tun sich die Beamten schwer, allerdings müssen der oder die Unbekannten relativ kräftig sein.

Die Vohenstraußer Polizisten hatten bereits im Jahr 2012 mit einer Reihe von gelockerten Radmuttern zu tun. "Damals", so der Dienststellenleiter, "ging die Serie nach einiger Zeit zu Ende. Es gab auch einen Verdächtigen. Das Verfahren gegen ihn wurde aber eingestellt."
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