Sicherheitsberater, Justizminister und CIA-Chef
Trump baut sein Team

Donald Trump stellt sein Kabinett zusammen. Nach chaotischem Beginn scheint Ordnung in den Prozess zu kommen. Erste Posten werden nominiert, alle aus dem Bereich von Sicherheit, Recht und Ordnung.

New York. Der designierte US-Präsident hat erste Personalentscheidungen getroffen. Der Ex-General Michael Flynn wird nationaler Sicherheitsberater. Als Chefankläger und Justizminister wurde Alabamas Senator Jeff Sessions offiziell nominiert. CIA-Direktor soll der Abgeordnete Mike Pompeo (Kansas) werden. Alle akzeptierten die Nominierung.

Flynn wird den Präsidenten bei allen Sicherheitsfragen beraten. Er legt dem Präsidenten dessen Reaktion auf Krisen nahe. Da Trump keine Erfahrung in Außen- und Sicherheitspolitik hat, kommt dem ehemaligen General enormer Einfluss zu. Flynn (57) ist wegen seiner radikalen Haltung zum Islam umstritten. Er hält ihn für eine politische Ideologie, nicht für eine Religion. Ex-Außenminister Colin Powell nannte Flynn einen verrückten Rechten, Ex-Mitarbeiter beschreiben ihn als verwirrt. Flynn trat mehrmals im staatlichen russischen Fernsehen auf. Laut "New York Times" trat seine Beratungsfirma Flynn Intel Group als Lobbyistin für die türkische Regierung in Erscheinung.

Versöhnung oder Posten?


Keine Klarheit gibt es bisher für die zentralen Posten des Außen- und des Verteidigungsministers. Als Außenminister hoch gehandelt wird weiterhin New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani. Am Wochenende trifft Trump Mitt Romney, der 2012 als Präsidentschaftskandidat Obama unterlegen war. Romney hatte Trump zuletzt kritisiert. Es ist unklar, ob das Treffen lediglich versöhnen soll, oder ob Trump Romney als Chefdiplomaten will. Der voraussichtlich neue Justizminister und Chefankläger Sessions ist laut "National Journal" einer der fünf konservativsten Senatoren. Sessions ist gegen jede Form der Einwanderung, bezweifelt den Klimawandel und hatte sich wiederholt Rassismusvorwürfen zu erwehren.

Angeblich hat Pompeo (52) das Angebot, Direktor des Auslandsgeheimdienstes CIA zu werden, bereits akzeptiert. Der enge Vertraute des designierten Vizepräsidenten Mike Pence gilt als Anhänger der Tea Party, die die Republikaner weiter nach rechts getrieben hat. Dagegen sagte der Ex-Sprecher des Abgeordnetenhauses Newt Gingrich ebenso wie Ben Carson, der einzige Schwarze im Feld, Trump ab. Offen bleibt die Rolle von Jared Kushner. Angeblich drängt Trump seinen Schwiegersohn zur Übernahme eines Postens. Ein Gesetz gegen Vetternwirtschaft wird dabei auf rechtliche Auswege geprüft.
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