Sieger der Wahlen in Donezk und Lugansk wollen eng mit Russland zusammenarbeiten
Donbass sagt sich von Kiew los

Nach den umstrittenen Wahlen in der Ostukraine sehen sich die prorussischen Separatisten in ihrem Konflikt mit der prowestlichen Zentralregierung in Kiew gestärkt. "Wir haben jetzt eine legitime Führung. Der Donbass gehört nicht mehr zur Ukraine - ob das jemandem nun gefällt oder nicht", sagte Wahlleiter Roman Ljagin am Montag in Donezk. In den "Volksrepubliken" Donezk und Lugansk ließen sich die beiden bisherigen selbst ernannten "Republikchefs" Alexander Sachartschenko (38) und Igor Plotnizki (50) als Sieger bestätigen.

Plotnizki kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Russland an. "Wir werden unsere Hand nicht bettelnd gegen Kiew ausstrecken, sondern würdevoll mit Moskau kooperieren", sagte er in Lugansk. "Früher oder später" erkenne der Westen die "heldenhafte Wahl" der Bevölkerung an. Das Wichtigste sei jetzt aber die Beseitigung der Kriegsschäden. Nach Auszählung aller Wahlzettel kam Plotnizki auf 440 613 Stimmen oder 63,8 Prozent und lag damit vor seinen drei Mitbewerbern. Sachartschenko wurden 75,6 Prozent beziehungsweise 765 340 Stimmen zugesprochen. Er hatte zwei Gegenkandidaten. Die beiden Ukrainer sollen heute offiziell in ihre Ämter eingeführt werden.

Die Bundesregierung verurteilte die Abstimmung. Regierungssprecher Steffen Seibert bezeichnete die Wahlen als "illegitim", der Ablauf sei "überaus fragwürdig" gewesen.
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