Sozialdemokraten stürzen im Deutschland-Trend ab
SPD bei nur mehr 20 Prozent

Köln. (dpa/KNA) Der Höhenflug der AfD geht weiter, während die Volksparteien leicht an Zustimmung verlieren. Mit 15 Prozent erreichte die rechtspopulistische Partei im neuen "Deutschlandtrend" den höchsten bisher in dieser ARD-Umfrage gemessenen Wert. Das teilte der Sender WDR am Mittwoch mit.

Die AfD legte um einen Prozentpunkt im Vergleich zur Vorwoche zu. Sie liegt nur noch fünf Prozentpunkte hinter der SPD, die mit 20 Prozent auf ihren bisher tiefsten Wert sank (-1). Auch mit der CDU/CSU ging es um einen Punkt auf 33 Prozent abwärts - und damit so tief wie seit Oktober 2011 nicht mehr. Die Grünen lagen unverändert bei 13 Prozent, die Linke bei 8 (+1), die FDP bei 6 (-1).

Die hohen Umfragewerte für die AfD verblüffen angesichts dessen, was die Befragten über die Partei denken. So gaben 75 Prozent an, die AfD distanziere sich nicht genügend von rechtsextremen Positionen. 72 Prozent fänden es eher nicht gut, wenn die AfD an einer Landes- oder Bundesregierung beteiligt wäre. 61 Prozent stimmten eher nicht der Aussage zu, es sei gut, dass die AfD den Zuzug von Ausländern und Flüchtlingen stärker begrenzen wolle als andere Parteien. Und 51 Prozent meinten, die AfD löse zwar keine Probleme, nenne die Dinge aber wenigstens beim Namen.

Das AfD-Grundsatzprogramm enthält unter anderem einen deutlichen Anti-Islam-Kurs. Hochrangige Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche äußern sich kritisch zur AfD. "Eine Partei, die so widersprüchlich auftritt, empfiehlt sich nicht", warnte der Mainzer Kardinal Karl Lehmann in der "Rheinischen Post". Wer "Rassismus sowie einen antiquierten Nationalismus in unserer heutigen Welt vertritt, der ist für mich als Christ nicht wählbar".

Der Islam gehört für Unions-Fraktionschef Volker Kauder nicht zu Deutschland, die hier lebenden Muslime aber "ganz klar". Gleichzeitig wandte er sich in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag) gegen eine Ausgrenzung von Muslimen. "Selbstverständlich genießen Muslime wie Angehörige anderer Glaubensrichtungen Religionsfreiheit."
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