Spannungen zwischen Nato und Russland
Chronologie einer Krise

Seit fast zwei Jahren wachsen die Spannungen zwischen Russland und der Nato. Das westliche Verteidigungsbündnis baut Schritt für Schritt seine militärische Präsenz im Osten aus - sehr zum Unmut Moskaus.

Brüssel/Moskau. Seit der Ukraine-Krise hat eine neue Eiszeit zwischen Russland und der Nato begonnen. Ein Rückblick:

April 2014: Die Nato will Flugzeuge, Schiffe und Soldaten in die östlichen Mitgliedsländer schicken.

Mai: Rund 6000 Nato-Soldaten beginnen mit einem Manöver in Estland - eines von mehreren, die das Bündnis als Antwort auf die Annexion der Krim durch Russland beschlossen hat.

August: Russland kritisiert die Präsenz von Nato-Kriegsschiffen im Schwarzen Meer. Wenige Tage später startet Russland ein Manöver an der Grenze zum Nato-Mitglied Estland.

September: Die 28 Nato-Staats- und Regierungschefs beschließen den "Readyness Action Plan". Er soll die Sicherheit der Partner in Ost- und Mitteleuropa stärken. Gegen den Protest Russlands beginnen die USA und die Ukraine im Schwarzen Meer ein See-Manöver.

Oktober: Über der Ostsee fangen Nato-Kampfjets ein russisches Aufklärungsflugzeug ab.

Dezember: Die Nato-Außenminister beschließen eine Eingreiftruppe, die binnen Tagen ins Baltikum oder nach Polen verlegt werden könnte. Moskau stuft den Konflikt in der Ukraine und die Nato-Osterweiterung als Gefahr für seine Sicherheit ein und fasst seine Militärdoktrin über außenpolitische Gefahren neu.

März 2015: Die USA wollten rund 3000 Soldaten zu Manövern ins Baltikum verlegen, heißt es in Washington. 750 Panzer und anderes schweres Gerät seien schon dort. Moskau wirft der Nato vor, an den russischen Grenzen aufzurüsten und steigt aus dem KSE-Vertrag aus, der seit dem Ende des Kalten Kriegs für ein militärisches Gleichgewicht sorgen soll.

Juni: Putin will das russische Arsenal an Interkontinentalraketen ausbauen, die mit Atomsprengköpfen bestückt werden können. Die Nato stockt ihre schnelle Eingreiftruppe auf bis zu 40 000 Soldaten auf.

Juli: Moskau ändert seiner Marine-Doktrin. Darin werden die Arktis und der Atlantik ins Visier genommen.

Oktober: Nach dem russischen Eingreifen in den Syrien-Konflikt verschärfen sich die Spannungen weiter. Die Nato erklärt sich bereit, notfalls Truppen in die Türkei zu schicken.

November: Der Abschuss eines russischen Kampfjets im türkisch-syrischen Grenzgebiet führt zu heftigen Spannungen zwischen Moskau und dem Nato-Mitglied Türkei.

Dezember: Ungeachtet russischer Warnungen will die Nato den Balkanstaat Montenegro zum 29. Bündnismitglied machen.

Februar 2016: Die Nato will zusätzliche Truppen ins östliche Bündnisgebiet schicken. Als Standorte sind neben den baltischen Staaten auch Polen, Bulgarien und Rumänien vorgesehen.
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