SPD-Poker um die K-Frage
Martin Schulz: Außenminister und Kanzlerkandidat?

Martin Schulz. Bild: dpa

Wird aus der offenen K-Frage in der SPD ein Machtkampf zwischen Gabriel und Schulz? Jetzt wird spekuliert, Schulz wolle nur dann Brüssel verlassen, wenn er in Berlin Außenminister und Kanzlerkandidat wird. Wie reagiert der zaudernde Parteichef Gabriel?

Von Tim Braune, dpa

Berlin. Der als künftiger Bundesaußenminister gehandelte Martin Schulz will nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch SPD-Kanzlerkandidat werden. Das berichtete das Blatt (Freitag) unter Berufung auf SPD-Regierungskreise. Der amtierende EU-Parlamentspräsident Schulz wehre sich noch gegen einen Wechsel von Brüssel nach Berlin. Er wolle eine Zusage, nicht nur Steinmeier-Nachfolger, sondern auch Kanzlerkandidat für die Wahl 2017 zu werden.

Schulz wies das zurück. "Das ist völliger Blödsinn", sagte ein Sprecher. Auch Parteichef Sigmar Gabriel ließ dieser Darstellung widersprechen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur hatte Gabriel am Dienstag mit Schulz über das Personalpaket beraten, das die Partei nach der Nominierung von Frank-Walter Steinmeier als Kandidat für das Bundespräsidentenamt schnüren will. Gabriel hat Schulz angeboten, das Außenamt bis zur Bundestagswahl im Herbst zu übernehmen.

Laut "FAZ" reicht Schulz das nicht aus. Er wolle sich mit der Kanzlerkandidatur eine größere Machtbasis sichern. Parallel kämpft Schulz in Brüssel um eine weitere Amtszeit als Parlamentschef. Die laufende Periode endet im Januar. Der Posten steht dann den Konservativen zu.

Gabriel, der als SPD-Chef den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur hat, zaudert. Gabriel-Kritiker in der SPD fordern seit langem, dass Schulz die Partei in die Bundestagswahl führen soll. Im Umfeld der beiden Spitzengenossen wird zwar betont, die Personalentscheidungen würden solidarisch und freundschaftlich geklärt. Andere Quellen berichten aber, das Verhältnis der beiden sei nicht mehr so innig wie früher.
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