SPD wirft Unionsfraktionschef "Altherrenpolitik" vor
Krach um Lohngleichheit

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) eine rückwärtsgewandte und gegen Frauen gerichtete Politik vorgeworfen. "Eine solche Altherrenpolitik muss auch die Frauen in der Union empören", sagte Fahimi am Montag in Berlin. Hintergrund sind Berichte, wonach Kauder bei dem von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig (SPD) geplanten Gesetz für mehr Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen auf die Bremse tritt. Laut dem Magazin "Der Spiegel" soll er SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann gesagt haben: "In diesem Jahr wird das nichts mehr."

Dem hatte eine Sprecherin der Unionsfraktion am Wochenende mit den Worten widersprochen: "Wir blockieren nichts." Das Gesetzesvorhaben werde umgesetzt wie alle anderen Punkte des Koalitionsvertrages auch. Kauder selbst hatte am Sonntagabend in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" gesagt: "Das Thema, dass Männer und Frauen gleich verdienen müssen, ist ein Thema von uns allen, auch von mir."

Schwesig will das Gesetz noch in diesem Jahr auf den Weg bringen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verdienen Frauen in Deutschland derzeit im Schnitt 22 Prozent weniger als Männer. "Das ist ein Skandal", sagte Fahimi. Union und SPD haben sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf festgelegt, diese Entwicklung abzumildern.
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