Spionage-Attacke gegen Mitarbeiterin der Europa-Abteilung - Urheber unbekannt
Trojaner im Bundeskanzleramt

Eine Mitarbeiterin des Europareferats im Kanzleramt von Angela Merkel ist Ziel einer Spionageattacke mit einem Computervirus geworden - doch der Angreifer bleibt im Dunkeln. Das IT-System des Amtes sei nicht infiziert worden, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Christiane Wirtz am Montag in Berlin. Es habe keine Gefahr bestanden. Es gebe auch keinen Anlass, die Vorkehrungen des Kanzleramts gegen Computerspionage grundsätzlich zu überdenken. Kanzleramt und Regierung hätten die Gefahren durch Cyber-Spionage im Blick.

Der Urheber des Monate zurückliegenden Angriffs mit der schwer zu entdeckenden Software "Regin" konnte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur nicht nachverfolgt werden. Unklar ist auch, ob Dokumente vom Privatcomputer der Mitarbeiterin abgefischt wurden. Entsprechende Untersuchungen der Sicherheitsbehörden waren erfolglos.

"Regin" wird mit dem US-Abhördienst National Security Agency (NSA) und seinem britischen Partner GCHQ in Verbindung gebracht. Das Trojaner-Programm kann Aufnahmen vom Bildschirm machen, Passwörter stehlen, Datenverkehr überwachen und gelöschte Dateien wiederherstellen.

Das parlamentarische Gremium zur Kontrolle der Geheimdienste war in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause über den Vorgang informiert worden. Nach "Bild"-Informationen wurden nach dem Auffliegen des Spähangriffs alle 200 Hochsicherheits-Laptops im Kanzleramt überprüft. Es seien aber keine weiteren betroffenen Rechner festgestellt worden.
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