Spontane Demo gegen Kundgebung
200 Demokraten pfeifen Neonazis aus

Rund 200 Schwandorfer demonstrierten in Dachelhofen spontan gegen eine Kundgebung einer rechtsradikalen Kleinpartei.Bild: Hösamer
Schwandorf. Rund 200 Bürger bewiesen am Samstag (11. Juli), dass die Große Kreisstadt bunt ist. Mit Transparenten, einem Pfeifkonzert und Transparenten zeigten sie bei einer spontanen Gegendemonstration, was sie von Rechtsradikalen halten: "Ihr könnt nach Hause geh'n", schallte es dem guten Dutzend Neonazis entgegen, die um die Mittagszeit bei einer Kundgebung der rechtsradikalen Kleinpartei "Der dritte Weg" vor dem ehemaligen Rathaus im Stadtteil Dachelhofen ihre kruden Thesen gegen Asylbewerber und Flüchtlinge verbreiten wollten. Trotz Lautsprecherwagen war kein Ton zu verstehen. "Zieht den Nazis die Lederhosen aus", quittierten die Demonstranten die Kleidung der Rechtsradikalen.
Dafür das Bündnis "Schwandorf ist bunt": Rund 200 Gegendemonstranten machten ihrem Ärger über die Neonazis Luft. Zu den Gegendemonstranten gehörten Landtagsabgeordneter Franz Schindler, zweite Bürgermeisterin Ulrike Roidl und Altlandrat Volker Liedtke, dazu weitere Stadt- und Kreisräte von SPD, Grünen, ÖDP, UW und Vertreter der Piraten. Die Pfarrer Eugen Thumann und Arne Langbein unterstützten das Bündnis ebenso. "Refugees welcome", also "Flüchtlinge willkommen", war auf vielen T-Shirts zu lesen.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, Beamte der Bereitschaftspolizei riegelten nach dem Ende der Kundgebung mit ihren Fahrzeugen den Stand der Neonazis ab. Zu Zwischenfällen kam es nach aktuellen Erkenntnissen nicht. Die Neonazis machten sich auf den Weg nach Neunburg vorm Wald, wo für den Nachmittag eine Kundgebung vorgesehen war. Der "dritte Weg" gilt als Auffangbecken der Rechtsradikalen, die im verbotenen "Freien Netz Süd" organisiert waren. Auslöser für die Kundgebung war wohl der Plan, im Gemeinschaftshaus Dachelhofen Asylbewerber unterzubringen. Unterstützer aus der Stadt fanden die Rechtsradikalen nicht.
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