Spuren aus dem Untergrund
RAF-Trio offenbar in Geldnot

Die mutmaßlichen RAF-Terroristen Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette (von links) in Fahndungsfotos (oben) und Alterssimulationen (unten) des Bundeskriminalamts. Bilder: dpa

Stuhr/Wolfsburg. Nach Jahrzehnten im Untergrund haben drei gesuchte Linksterroristen der Roten Armee Fraktion frische Spuren hinterlassen: Höchstwahrscheinlich hat das Trio im Juni und zuletzt Ende Dezember schwer bewaffnet zwei Geldtransporter in Niedersachsen überfallen. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Verden mit. Nach den missglückten Überfällen in Stuhr bei Bremen und in Wolfsburg fanden Ermittler die genetische Spuren der untergetauchten mutmaßlichen Terroristen Daniela Klette (57), Ernst-Volker Wilhelm Staub (61) und Burkhard Garweg (47).

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe erklärte, sie sehe "keinen terroristischen Bezug" der Überfälle. Die Ermittler in Verden und auch der RAF-Experte Butz Peters gehen vielmehr davon aus, dass die Terroristen mit der Beute ihr Leben im Untergrund finanzieren wollten.

Alle drei waren laut Bundesanwaltschaft unter anderem 1993 an dem Sprengstoffanschlag auf den Gefängnis-Neubau in Weiterstadt in Hessen beteiligt. Auch damals wurden ihre DNA-Spuren gefunden.

Mehr als 20 Jahre lang war die linksextremistische RAF der Inbegriff von Terror und Mord. 1998 erklärte sie sich für aufgelöst. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen Dutzende zum Opfer, darunter hohe Repräsentanten von Wirtschaft und Politik. Einige Mitglieder stehen bis heute auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamts. (Mehr zum Thema).
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