Starke Zweifel an Beweisen für angebliches Nazi-Zug in einem schlesischen Bergwerk
Nazi-Gold nicht auf dem Radar

Mit einem Bodenradarbild wollen die angeblichen Entdecker eines "Nazi-Zuges" die Berichte über ihren Fund untermauern - doch ein Experte meldet Zweifel an der Aufnahme an. "Das ist eine Fotomontage mit zwei Aufnahmen unterschiedlicher Auflösung. Das ist mit bloßem Auge zu sehen, es reicht (die Aufnahme) zu vergrößern und die Pixel zu vergleichen", sagte Wieslaw Nawrocki vom Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren in Krakau.

Die beiden Männer, die den deutschen Panzerzug aus dem Zweiten Weltkrieg in einem 50 Meter tiefen Schacht in Niederschlesien entdeckt haben wollen, waren am Freitag nach mehrwöchigen Spekulationen an die Öffentlichkeit getreten. Mit Details zu ihrem angeblichen Fund bei Walbrzych halten sie sich vorerst zurück. Weltweit macht die Entdeckung des vermeintlichen "Gold-Zugs" inzwischen Schlagzeilen - das wildeste Gerücht besagt, dass der Zug mit Raubgold der Nationalsozialisten beladen sein könnte.

Nawrocki sagte, die auf der Webseite der beiden Schatzsucher präsentierte Aufnahme sei kein typisches Bodenradar-Bild, es mache eher den Eindruck eines Laserscans. Er vermute ein "neues, aber ziemlich billiges" Untersuchungsgerät. "Ich kann nicht glauben, dass es solche Wunder zustande bringt." Ärger haben die beiden Schatzsucher auch mit der Niederschlesischen Untersuchungsgruppe, einem Verband von Regionalhistorikern: In einer am Wochenende veröffentlichten Mitteilung gab dieser den Ausschluss der beiden Männer bekannt.

Der ehemalige Bergmann Tadeusz Slowikowski, dessen Unterlagen den beiden Schatzgräbern den Hinweis auf den Fundort gegeben haben sollen, sagte zu dem vermeintlichen Fund: "Gold war zu wertvoll, um es auf Gebieten zurückzulassen, die nach dem Krieg an Polen fielen".

Er ist allerdings durchaus davon überzeugt, dass die Deutschen vor dem Vorrücken der Roten Armee in den letzten Kriegsmonaten etwas in den unterirdischen Tunneln der Bergbauregion versteckten.
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