Stau im Bundesamt
Bis zu 777 000 offene Asyl-Fälle

Berlin. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) schiebt derzeit etwa 670 000 bis 770 000 offene Asyl-Fälle vor sich her - trotz aller bisherigen Bemühungen, die Lage in den Griff zu kriegen. Es gebe gut 370 000 unerledigte Asylanträge, sagte der Leiter der Behörde, Frank-Jürgen Weise, am Freitag in Berlin. Hinzu kämen die Fälle von 300 000 bis 400 000 Menschen, die eingereist seien, aber noch gar keinen Asylantrag gestellt hätten.

Das BAMF will nun neue "Ankunftszentren" in allen Bundesländern einrichten, um den enormen Rückstand mit Hilfe von 48-Stunden-Schnellverfahren abzubauen. Geplant sind etwa 20 solcher Zentren, also mindestens eins pro Land. Die Flüchtlingszahlen in Deutschland haben einen historischen Höchststand erreicht. 2015 wurden mehr als eine Million Asylbewerber registriert - so viele wie nie zuvor in einem Jahr. Auch im Januar erfassten die Behörden wieder mehr als 90 000 Asylsuchende. Das BAMF kommt seit langem nicht mehr mit der Arbeit hinterher

Die Bundesregierung erhöht wegen des unverminderten Andrangs von Flüchtlingen den Druck auf die Türkei und Griechenland, Hilfszusagen in der Krise einzuhalten und ihre Grenzen besser zu kontrollieren. Deswegen will Kanzlerin Angela Merkel am Montag erneut nach Ankara reisen, um mit dem türkischen Regierungschef Ahmet Davutoglu und Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zu sprechen.
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