Sternsinger mahnen
Rettungsboot im Hauptbahnhof

Aus rund 1000 Planken besteht das zum Katholikentag auf dem Hauptbahnhof Leipzig aufgebaute Schiff. Es ist eine Mahnung, die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer nicht zu vergessen. Bild: Ralf Adloff/Kindermissionswerk

Rund 1000 Holzplanken versperren im Hauptbahnhof in Leipzig den Weg. Ein symbolisches Rettungsboot - mit eindringlichen Botschaften zur Flüchtlingskrise im Mittelmeer.

Leipzig/Aachen. Es sind die schlichten Sätze, die Besucher am tiefsten berühren. Sätze wie "Wasser ist Leben und nicht Tod" - auf einer von rund 1000 Holzplanken. Geschrieben von einem Kind, einem von 15 000, das sich an der Aktion "Leben retten!" des katholische Kindermissionwerks "Die Sternsinger" beteiligt hat. Die Planken bilden ein symbolisches Rettungsboot, das aufrütteln soll.

Die Botschaft: Das bittere Schicksal der Menschen, die auf ihrer verzweifelten Flucht im Mittelmeer ihr Leben verloren, soll nicht vergessen sein. Das Ziel: "Auf der Flucht sollen keine Menschen sterben!" Und: "Wir in Europa müssen eine Lösung finden!" - auch geschrieben von Kindern, auf je eine der Planken des 22 Meter langen und sechs Meter breiten Schiffes. Schließlich gilt: "Flüchtlinge sind Menschen!", wie auf einem der sieben Zentimeter breiten, zwei Zentimeter dicken und 120 Zentimeter langen Brettern steht.

Während des 100. Katholikentages in Leipzig war das Boot zum ersten Mal aufgebaut worden - auf Ausstellungsflächen in der Haupthalle des Hauptbahnhofes. Künftig soll es auch in Wien zu sehen sein und in Brüssel, als Mahnung an die europäischen Politiker. Das Kindermissionswerk hatte in den vergangenen Monaten Kinder und Jugendliche in Deutschland aufgerufen, ihre Planken für die Aktion "Leben retten!" zu gestalten und diese bis Anfang Juni einzusenden. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni will das Kindermissionswerk das symbolische Rettungsboot und die Aktion Politikern und Verantwortlichen präsentieren.

Inzwischen sind Planken für drei Rettungsboote zusammenkommen. 15 000 Kinder beteiligten sich. In Leipzig überreichten Sternsinger aus der Pfarrei Heilig Kreuz im Bistum Dresden-Meißen die 3000. Planke an den Flüchtlingsbeauftragten der Deutschen Bischofskonferenz, den Hamburger Erzbischof Stefan Heße, und den Präsidenten des Kindermissionswerks, Prälat Klaus Krämer. "Ich will, dass alle Menschen gleich sind. Die Menschen, die fliehen, müssen Hilfe bekommen. Sie sollen mit uns ein Boot bauen und nicht drinsitzen", antwortete die 13-jährige Lena, als Heße sie fragte, was sie sich beim Bemalen gedacht hat.

"Besonders gefallen hat mir die Planke, auf der stand: ,Wir lachen alle in derselben Sprache.'", sagte Heße. Im Gästebuch finden sich Begriffe wie "Hoffnung", "berührend", "Willkommen" oder "Danke" - letzteres häufig von Flüchtlingen geschrieben, die hierzulande Zuflucht gefunden haben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.