Stockholm erkennt Palästina als Staat an - Israel schäumt
Vorreiter Schweden

Als erstes westeuropäisches Land hat Schweden offiziell einen Staat Palästina anerkannt. Die schwedische Außenministerin Margot Wallström sagte am Donnerstag, mit dieser Entscheidung wolle Stockholm den Friedensprozess unterstützen. Nach 20 Jahren ergebnisloser Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern sei es der richtige Zeitpunkt dafür. Erwartungsgemäß zeigten sich die Palästinenser erfreut über die Entscheidung, während aus Israel scharfe Kritik kam. Aus Protest gegen die Anerkennung beorderte die Regierung in Jerusalem ihren Botschafter aus Stockholm zurück.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bezeichnete die Anerkennung als "historische Entscheidung". Er rief andere Länder dazu auf, dem Beispiel Schwedens zu folgen. Als "miserable Entscheidung" verurteilte hingegen Israels Außenminister Avigdor Lieberman die Anerkennung.

Am 15. November 1988 hatte der damalige PLO-Chef und spätere erste Palästinenserpräsident Jassir Arafat einen Staat Palästina ausgerufen. Seitdem haben mehr als 130 UN-Mitgliedsstaaten vor allem in Afrika, Asien und Lateinamerika den Staat anerkannt. Unterdessen hat ein Attentat auf einen radikalen jüdischen Aktivisten in Jerusalem den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern weiter angeheizt. In den engen Gassen der Altstadt warfen Demonstranten am Donnerstag Steine und Feuerwerkskörper auf Sicherheitsbeamte. Radikale Juden versuchten, den Tempelberg zu stürmen, den die israelischen Sicherheitskräfte erstmals seit Jahren wieder vorübergehend komplett für die Öffentlichkeit sperrten. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wertete dieses Vorgehen Israels als "Kriegserklärung".
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