Streit um Arzneimittelstudien an Demenzkranken
Große Zweifel an der Notwendigkeit

Berlin. (KNA) Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will an der geplanten Regelung zu Arzneimittelstudien an nicht einwilligungsfähigen Demenzkranken festhalten. Er machte am Donnerstag in Berlin geltend, dass der Gesetzentwurf die Rechte der Patienten deutlich stärker als die EU-Verordnung schütze. "Wenn wir das nicht selbst in Deutschland regeln, gilt die viel weitreichendere Regelung der EU unmittelbar."

Der Gesundheitsminister plant nach einem Gesetzentwurf zur Umsetzung einer EU-Verordnung, dass künftig Arzneimitteltests an "nichteinwilligungsfähigen Erwachsenen" unter bestimmten Bedingungen auch dann möglich sein sollen, wenn sie selbst davon nicht profitieren. Die Regelung wird aus den Koalitionsfraktionen, von den Kirchen und von Behindertenverbänden kritisiert. Auch die Pharmaindustrie sieht keine Notwendigkeit. Das Netzwerk der Koordinierungszentren für Klinische Studien hält allerdings solche Studien für eine bessere Behandlung für erforderlich. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten in der Koalition wurde die ursprünglich für diesen Donnerstag angesetzte abschließende Lesung der Vorlage verschoben.
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