Streit um Bau einer Moschee
AfD lässt Pegida-Vertreter bei Kundgebung in Thüringen reden

Erfurt. Erstmals ist bei einer Kundgebung der AfD in Erfurt ein Vertreter der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung aufgetreten. Dabei ging es am Mittwochabend auch um den geplanten Bau einer Moschee in der Landeshauptstadt. Siegfried Däbritz, einer der Wortführer bei den wöchentlichen Demonstrationen in Dresden, kündigte eine "Aufklärungskampagne" an, "um den Bau zu verhindern". Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke hatte Pegida jüngst als einen Wegbereiter für die Wahlerfolge der Alternative für Deutschland bezeichnet. Laut Polizei versammelten sich bei der Kundgebung am Domplatz bis zu 700 Anhänger der rechtspopulistischen Partei. Den Gegendemonstrationen schlossen sich den Angaben zufolge rund 200 Menschen an.

Halbmond am Dom


Höcke zeigte sich in Sorge, dass am Erfurter Dom künftig der Halbmond als Symbol des Islam zu sehen sein werde. "Entweder entschärft sich der Islam oder er muss sich verabschieden", sagte Höcke. Der Islam habe eine Heimat, die heiße nicht Erfurt.

Die Ahmadiyya-Gemeinde will am Stadtrand von Erfurt eine Moschee mit einem elf Meter hohen Minarett bauen. Bislang gibt es nur eine Bauvoranfrage. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht in dem Vorhaben eine Bereicherung des religiösen Lebens. "Glaube braucht Orte, um sich entfalten zu können, das gilt für Kirchen, Moscheen und buddhistische Tempel gleichermaßen", sagte er. Der AfD warf er vor, von Feindbildern zu leben: "Jetzt, wo die Flüchtlingszahlen zurückgehen, wird der Islam zur Gefahr fürs Vaterland erhoben."
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