Streit um Incirlik
Merkel und Erdogan nähern sich an

Hangzhou/Berlin/Ankara. Der monatelange Streit über ein Besuchsverbot für Bundestagsabgeordnete bei deutschen Soldaten im türkischen Incirlik ist so gut wie beigelegt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte am Sonntag nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Rande des G20-Gipfels im chinesischen Hang-zhou, sie rechne in den nächsten Tagen mit "positiven Nachrichten" in dieser Frage.

Vorausgegangen war ein Zugeständnis Merkels an Erdogan: Sie hatte am Freitag die Völkermord-Resolution des Bundestags zu den Armeniern im Osmanischen Reich für rechtlich nicht bindend erklärt. Einen solchen Schritt hatte Erdogan zur Bedingung für ein Einlenken im Incirlik-Streit gemacht.

Am Sonntag saßen die beiden zum ersten Mal seitdem wieder für etwa eine Stunde zusammen. "Ich glaube, dass es in den nächsten Tagen die Möglichkeit gibt, dass wir hier positive Nachrichten zu diesen berechtigten Forderungen auch bekommen", sagte Merkel anschließend. Auch bei der ins Stocken geratenen Umsetzung des Flüchtlingsabkommens zwischen der Europäischen Union und der Türkei gibt es Bewegung. Sie sehe "die Möglichkeit eines positiven Ausgangs", sagte Merkel. (Seite 4)
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