Streit zwischen Saudi-Arabien und Iran eskaliert
Unruhe am Ölmarkt nimmt zu

Riad/Teheran. Der eskalierende Streit zwischen Saudi-Arabien und dem Iran hat den weltweiten Ölmarkt am Montag stark verunsichert: Die im längerfristigen Vergleich nach wie vor sehr niedrigen Preise legten wieder etwas zu. Experten rätseln nun darüber, ob sich die zugespitzte Lage im Nahen Osten weiter auf das Ölgeschäft auswirkt. Eine Verringerung des Angebots könnte auch die Preise für Sprit oder Heizöl wieder erhöhen. Saudi-Arabien setzte am Montag alle Flugverbindungen in den Iran aus. Der Konflikt erfasste weitere Länder der arabisch-islamischen Welt. Nach Riad kündigten die Golfmonarchie Bahrain und die Regierung des Sudan am Montag ein Ende der diplomatischen Verbindungen zu der schiitischen Regionalmacht in Teheran an. Die Vereinigten Arabischen Emirate zogen ihren Botschafter aus Teheran ab. Vorausgegangen war die Stürmung der saudischen Botschaft in Teheran durch wütende Bürger, nachdem die Ölmonarchie am Samstag den prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr und 46 weitere Verurteilte hingerichtet hatte. "Wir rufen beide Staaten zum Dialog auf", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er machte deutlich, dass derzeit keine Sanktionen gegen Saudi-Arabien ins Auge gefasst werden. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will jedoch Rüstungsexporte künftig noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Grünen forderten einen sofortigen Stopp der Handelsbeziehungen mit Saudi-Arabien.

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