Stuttgarter Nachrichten
Pressestimmen

Die Tageszeitung aus Stuttgart kommentiert zur Pegida-Demonstration in Dresden:

Anstatt nun zu versuchen, Kapital aus der französischen Tragödie zu ziehen, bei der große Teile der "Charlie Hebdo"-Mannschaft ausgelöscht wurden, sollten sich die Pegiden eher ein Beispiel an den Werten nehmen, die unser Nachbarvolk auch jetzt in diesen schweren Stunden verteidigt und hoch hält: Brüderlichkeit, Freiheit und Gleichheit. Ein Polizist, der sich in Paris den Fanatikern bei der Verteidigung dieser Tugenden entgegengestellt hat und dafür mit dem Leben bezahlt hat, war Muslim. Wenn die Pegiden einen Hauch Anstand hätten, hätten sie aus Respekt vor den Toten ihren unseligen Aufmarsch abgeblasen.

Heilbronner Stimme

Die Tageszeitung schreibt zum Pegida-Protest:

Je größer die Angst, desto schwieriger fällt eine Differenzierung, desto stärker werden nationale, ethnische oder religiöse Trennlinien gezogen. Den Islam generell als Gefahr zu brandmarken, ist dann einfacher als der Schulterschluss von Christen, Juden und Muslime gegen Extremismus und Intoleranz. Am Montag hatten die Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) wieder massiven Zulauf. "Wir haben euch doch gewarnt - und ihr habt uns nicht ernst genommen", war ihre zentrale Botschaft. So wird der Anschlag instrumentalisiert. Weder Politik noch Medien haben aber die Gefahr durch den radikalen Islamismus je verharmlost.

Wetzlarer Neue Zeitung

Die Tageszeitung merkt zur Pegida-Demonstration an:

Nach dem millionenfachen Ja zur Weltoffenheit in Paris und ähnlichen Kundgebungen auch bei uns ist klar: Pegida ist eben nicht das Volk. Die Mehrheit der Menschen in Europa, natürlich auch in Deutschland, weist Menschen nicht kaltherzig ab, die dem Islamisten-Wahn entkommen sind. Die Mehrheit der Menschen weiß, dass es ohne Zuwanderung mit unserem Wohlstand schnell vorbei wäre. Und die Mehrheit der Menschen weiß, dass es für all das Regeln geben muss. Die beschließt allerdings ein vom ganzen Volk gewähltes Parlament - und nicht ein paar tausend Demonstranten in Dresden.
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