Stuttgarter Nachrichten
Pressestimmen

Zu Merkels Umfragewerten merkt die Tageszeitung aus Stuttgart an:

Wenn sie das beeindrucken würde, wäre sie eine schwache Kanzlerin. Starke Kanzler haben sich immer dadurch ausgezeichnet, dass sie in der Lage waren, mutig gegen Augenblicksmehrheiten und Stimmungen in der Bevölkerungen standzuhalten und zu führen. Sie muss sich bei niemanden dafür entschuldigen, das Asylrecht zu verteidigen und Menschen helfen zu wollen, die in einem Bürgerkrieg alles verloren haben. Hinterfragen müssen sich die ängstlichen Parteifreunde, die aus Opportunismus einzuknicken beginnen.

Münchner Merkur

Die Tageszeitung kommentiert Merkels Beliebtheit:

Merkels als aufmunternde Motivation gedachter Leitsatz "Wir schaffen das" hat sich als leichtsinnig und in seiner Wirkung als fatal erwiesen. Bis heute. Die Wähler erwarten von der politischen Spitze zu Recht, dass sie die Folgen humanitärer Gesten und Worte vorher abschätzt. Professionalität statt Emotionalität wünschen sich auch die Parteifreunde der CDU-Vorsitzenden, die zunehmend auf Distanz gehen. Nun, da auch an den Bahnhöfen und Grenzen nicht mehr geklatscht wird, wenn Flüchtlinge ankommen, ist die Zeit für Realpolitiker. CSU-Chef Seehofer legte in den Umfragen zu. Offenbar ist er mit seiner Politik gerade näher an den Menschen.

Landeszeitung

Die Zeitung aus Lüneburg schreibt zur Fluchtwelle nach Deutschland:

Ein Vierteljahrhundert, nachdem das letzte Mal eine Masseneinwanderung den Charakter Deutschlands veränderte, erleben wir erneut eine Umwälzung der Verhältnisse. Damals erzwangen ungeduldige DDR-Bürger mit ihrer Abstimmung mit den Füßen die Einheit. Heute machen verzweifelte Syrer und Afghanen Deutschland zum Einwanderungsland. Damals lockte die D-Mark, heute die Sicherheit. Der Absturz der Kanzlerin in Umfragen, die Quertreibereien der CSU und die Verdopplung der Stimmen der rechtspopulistischen FPÖ in Österreich zeigen, was wir zu erwarten haben: ein durch Verteilungskonflikte aufgeheiztes innenpolitisches Klima. Nur eines kann verhindern, dass Sozialneid Deutschlands Weltoffenheit in hartherzigen Egoismus kippen lässt: gute Politik.

Nordwest-Zeitung

Zum FPÖ-Erfolg in Oberösterreich meint das Blatt aus Oldenburg:

Die Landtagswahl in Oberösterreich hatte so gut wie nichts mit Landespolitik zu schaffen. Wie in Deutschland wird im Nachbarland seit Wochen nichts anderes diskutiert als die Asylkrise. Wie in Deutschland haben viele Menschen das Gefühl, ihrer Regierung entgleite die Kontrolle über die Einwanderung.
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