Südkorea beschallt Grenze nach nordkoreanischen Bombentests
Klassenkampf der Lautsprecher

Seoul. Propagandaschlacht an der innerkoreanischen Grenze: Als Reaktion auf den neuen Atomtest durch Nordkorea hat Südkorea nach mehrmonatiger Unterbrechung seine Lautsprecher-Beschallung des Nachbarlandes wieder aufgenommen. Mit den Mitteln der psychologischen Kriegsführung will Südkorea das isolierte Regime in Pjöngjang stärker unter Druck setzen. An elf Stellen entlang der rund 240 Kilometer langen Grenze seien die Anlagen wieder in Betrieb genommen worden, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Freitag mit. Aus den Lautsprechertürmen erklingen Stücke der K-Pop-Hitparade, Hörspiele, gewöhnliche Nachrichten sowie Kritik an Machthaber Kim Jong Un. Der Zeitpunkt schien bewusst gewählt: Kim feierte am Freitag Geburtstag. Die Beschallungen dringen bis zu 24 Kilometer weit nach Norden hinüber.

Nordkorea hatte am Mittwoch verkündet, erstmals erfolgreich eine Wasserstoffbombe (H-Bombe) getestet zu haben. Dies löste weltweit Empörung aus. Die US-Regierung teilte mit, eine härtere Gangart der Weltgemeinschaft im Umgang mit dem Regime in Pjöngjang anzustreben. "Dieser (Atom-)Test unterstreicht die Notwendigkeit einer stärkeren, festen internationalen Antwort", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby, in Washington. Zuvor hatten sich US-Präsident Barack Obama, die südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe auf eine enge Zusammenarbeit geeinigt. Ziel ist unter anderem die Annahme einer Resolution des UN-Sicherheitsrates, die harte Sanktionen gegen Nordkorea vorsieht.
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