Südwest Presse
Pressestimmen

Die Zeitung aus Ulm schreibt zum Winterkorn-Rücktritt:

Der beinahe manische Wille zur Größe ist dem Perfektionisten Winterkorn letztlich zum Verhängnis geworden. Ein Konzernlenker, der bei elf Millionen manipulierten Automobilen davon spricht, er sei "fassungslos" über die Vorgänge in seinem Haus und sich keines "Fehlverhaltens" bewusst, hat entweder sein Unternehmen nicht im Griff oder er lügt. Beides sind hinreichende Begründungen für einen Rücktritt, aber kein Grund zu Mitleid.

Neue Presse

Das Blatt aus Hannover meint zum Rücktritt an der VW-Spitze:

Der Mann, der Europas größten Autobauer eigentlich noch an die Spitze der Welt führen wollte, stürzt über einen Betrugsskandal, dessen Tragweite noch unübersehbar ist. Er sei sich "keines Fehlverhaltens" bewusst, hat Winterkorn im Abgehen noch gerufen. Eine Behauptung, die man getrost kritisch diskutierten darf. Fest steht, dass Martin Winterkorn bis zuletzt um seine Macht gekämpft hat. In einer fast skurillen Mischung aus demütiger Video-Botschaft und trotziger Unschuldsbehauptung versuchte Deutschlands bestdotierter DAX-Manager seinen Kopf retten.

Landeszeitung Lüneburg

Das Blatt nimmt Winterkorn in Schutz:

Zu fragen ist aber, ob unser Bedürfnis, einen Sündenbock zu opfern, einfach nur eine aus biblischen Zeiten stammende Selbstreinigungstradition fortschreibt ... Der Vorwurf jedenfalls, Winterkorn habe von Machenschaften zu wissen, die sogar bis in die Zeit vor seiner Übernahme des Chefpostens zurückreichen, wirkt naiv. Der weltgrößte Autokonzern ist schwerlich mit einer inhabergeführten Autowerkstatt gleichzusetzen. Statt des Sündenbocks sollte eher eine Unternehmenskultur in die Wüste gejagt werden, die Zielvereinbarungen wie die, bis zur Diesel-Offensive in den USA 2005 müssen die Motoren die harten US-Ansprüche erfüllen, mit den Karrieren der damit Betrauten verknüpfte.

Schwäbische Zeitung

Die Zeitung aus Ravensburg meint:

Volkswagen, einer der Inbegriffe deutscher Wertarbeit, hat betrogen. Das schädigt eben nicht nur den Konzern aus Niedersachsen, es betrifft all die Waren und Ideen, die in Deutschland teuer hergestellt werden und für die ausländische Kunden bisher einen höheren Preis zu zahlen bereit waren. Wer kann sich noch über chinesische Fälschungen empören, wenn das Symbol deutscher Wertarbeit manipuliert hat?
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