Suizid von Dschaber A.
Sächsische Justiz in der Kritik

Der sächsische Justizminister Sebastian Gemkow (CDU, links) und der Leiter der Justizvollzugsanstalt Leipzig, Rolf Jacob. Bild: dpa

Dresden/Berlin. Zahlreiche Ungereimtheiten beim Suizid des Terrorverdächtigen Dschaber A. in einem Leipziger Gefängnis bringen Sachsens Justiz in Erklärungsnot. Der als hochgefährlich eingestufte Syrer war am Mittwoch in seiner Zelle erhängt aufgefunden worden. Parteiübergreifend wurde Kritik daran laut, dass die Verantwortlichen nicht erkannten, dass er sich das Leben nehmen könnte. Er sei in Haft wie ein "Kleinkrimineller" behandelt worden, kritisierte selbst Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD). Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) beteuerte, man habe alles Nötige unternommen, um einen Suizid zu verhindern. Dschaber A. hatte sich am Mittwochabend an einem Gitter seiner Zelle mit einem T-Shirt aufgehängt. Der 22-Jährige soll einen Sprengstoffanschlag auf einen Berliner Flughafen vorbereitet haben. Er war am Montag in Leipzig festgenommen worden, nachdem ihn drei Landsleute überwältigt hatten. Grünen-Bundestagsfraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach von institutionellem Versagen, FDP-Vize Wolfgang Kubicki von einem schweren Schlag gegen das Vertrauen in das Funktionieren des Rechtsstaats. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, der Suizid sei Rückschlag im Anti-Terror-Kampf. Al-Bakrs Pflichtverteidiger Alexander Hübner zeigte sich "entsetzt und traurig" über den Suizid. "Egal was dem Mandanten vorgeworfen wird: Es ist ein junger Mensch, der sich das Leben genommen hat." (Seite 2)

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.