Sulzbach-Rosenberg: Flüchtlinge aus dem Auffanglanger in der Realschul-Turnhalle verschwunden
Abgereist bei Nacht und Nebel

Momentan herrscht die große Leere in der Realschul-Turnhalle: Zwei Drittel der Belegschaft sind mit unbekanntem Ziel abgereist. Bild: Gebhardt

Sulzbach-Rosenberg. (ge) Am Montag kamen sie, und jetzt sind schon wieder weg: Etwa 100 der 140 Flüchtlinge, die aktuell im Auffanglager in der Realschul-Turnhalle untergebracht waren, sind seit Mittwoch verschwunden.

Die Betreuer vermuten, dass die größtenteils aus Syrien stammenden Asylsuchenden sich auf die Suche nach ihren ebenfalls geflohenen Verwandten in Deutschland, Schweden oder etwa Dänemark gemacht haben. Das seien die wahrscheinlichsten Motive, denn die Unterbringung der zeitweilig über 150 Flüchtlinge sei bestmöglich organisiert gewesen.

Lager ist kein Gefängnis

"Das Lager ist ja kein Gefängnis", lautete die erste Auskunft. "Die Residenzpflicht gilt nur für Bayern", stellte der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamtes, Harald Herrle, denn auch am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung klar. Die Personen seien zwar registriert und an die Behörden weitergemeldet, jedoch von der Polizei noch nicht erkennungsdienstlich behandelt worden - es gibt also keine Fingerabdruckkartei.

Auf dem Weg nach Skandinavien

Wenn die Flüchtlinge nun aber eine Grenze überschreiten, etwa auf ihrem Weg nach Skandinavien, dort kontrolliert und eventuell auch identifiziert werden könnten, würden sie zurück nach Sulzbach-Rosenberg geschickt. "So eine Situation haben wir noch nie erlebt!", gab Herrle zu bedenken. Jetzt wolle man abwarten, ob nicht doch noch ein Teil der bisher Verschwundenen am Abend wieder in die Unterkunft zurückkehre.
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