Syrien-Krieg: Start von Verhandlungen auf der Kippe
Taten statt Worte

Genf/Riad. Wegen eines heftigen Streits der Konfliktparteien wird eine Verschiebung der für Montag geplanten Syrien-Verhandlungen immer wahrscheinlicher. Der Starttermin für die Gespräche über ein Ende des Bürgerkriegs müsse voraussichtlich "schlicht aus praktischen Gründen" um einige Tagen verlegt werden, erklärte UN-Sprecher Ahmad Fawzi am Freitag in Genf. Russlands Vize-Außenminister Gennadi Gatilow sagte der Agentur Interfax zufolge, die Gespräche könnten eventuell am kommenden Mittwoch oder Donnerstag beginnen.

Seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 sind mehr als 250 000 Menschen umgekommen. 4,6 Millionen Syrer sind nach UN-Angaben vor der Gewalt ins Ausland geflohen, weitere 6,6 Millionen Menschen im Land selbst vertrieben. 13,5 Millionen Syrer brauchen humanitäre Hilfe. Der Starttermin für die Verhandlungen in Genf steht seit Tagen auf der Kippe. Die Konfliktparteien streiten vor allem über die Zusammensetzung der Oppositionsdelegation. Russland, ein enger Verbündeter des Regimes, will mitbestimmen, wer verhandelt. Die Regimegegner beharren jedoch darauf, dass allein ein im Dezember von Oppositionsgruppen gebildetes Komitee die Delegation ernennt. Die internationale Gemeinschaft hatte sich im November auf neue Friedensgespräche geeinigt, die nach fünf Jahren Bürgerkrieg den Weg zu einer Übergangsregierung und freien Wahlen ebnen sollen.
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