Syrien-Krise: Totales Versagen

Es ist ein Dokument der Empörung, wenn auch diplomatisch verpackt: Acht der höchsten UN-Manager haben der Politik Versagen in der Syrien-Krise vorgeworfen. Tenor: "Wir wollen helfen - euer Streit lässt uns aber nicht!"

In ungewohnt deutlicher Sprache haben acht der höchsten Repräsentanten der Vereinten Nationen die Politik in der Syrien-Krise scharf kritisiert. "Wir brauchen politische Führer, die ihre Differenzen beiseitelegen und ihren Einfluss für einen spürbaren Wandel in Syrien nutzen", heißt es in einer am Freitag in New York verbreiteten Erklärung, vier Jahre nach Beginn der Gewalt, die laut UN mehr als 200 000 Menschen das Leben gekostet hat. "Wir fragen uns, was noch geschehen muss, um diese Krise zu beenden." Zu den Unterzeichnern gehören UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos, Unicef-Chef Anthony Lake und WHO-Direktorin Margaret Chan. Sie verfügen zusammen über einen Milliarden-Etat - benötigen für ihre Einsätze aber grünes Licht vom Sicherheitsrat.

Seit dem Ausbruch des Aufstands in Syrien sind in Gefängnissen des Regimes laut Menschenrechtlern fast 13 000 Menschen zu Tode gefoltert werden. Mehr als 100 der Opfer seien Kinder gewesen, erklärte die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag. Hinzu kämen mehr als 20 000 Menschen, die in den Gefängnissen der Sicherheitskräfte verschwunden seien.
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