Syrische Opposition droht mit Rückzug aus Genf
Friedensverhandlungen auf der Kippe

Genf. Nach neuen Schreckensmeldungen aus Syrien drohen die Regimegegner mit einem Rückzug von den Friedensgesprächen, sollte sich die humanitäre Lage nicht verbessern. Die Opposition sei nach Genf gekommen, um mit UN-Sondervermittler Staffan de Mistura darüber als erstes zu reden, sagte Oppositionssprecher Salem Muslit. "Wenn das geschieht, werden wir die Verhandlungen beginnen", erklärte er. Ansonsten gebe es keinen Rechtfertigung, in Genf zu bleiben. Am Sonntag traf die Opposition de Mistura zu einem ersten Gespräch.

Vor allem Meldungen aus der vom Regime belagerten Stadt Madaja setzten die Opposition unter Druck. Trotz der vor drei Wochen gelieferten Nothilfe für Tausende Hungernde seien dort seit Mitte Januar 18 Menschen wegen Mangelernährung und schlechter medizinischer Versorgung gestorben, so die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Unterdessen sind bei einem Doppelanschlag im Süden der syrischen Hauptstadt Damaskus mindestens 63 Menschen getötet worden. Zunächst explodierte eine Autobombe an einem Kontrollpunkt im vor allem von Schiiten bewohnten Stadtbezirk Sajeda Sainab an der Außengrenze von Damaskus. In der sich danach ansammelnden Menschenmenge sprengte sich anschließend ein Selbstmordattentäter in die Luft.
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