Syrische Opposition zersplittert
Schwieriger Start für Friedensverhandlungen

Genf. Nach fünf Jahren Bürgerkrieg mit mehr als 250 000 Toten haben die lang erwarteten Friedensverhandlungen für Syrien begonnen. UN-Sondervermittler Staffan de Mistura traf am Freitagnachmittag im Genfer Gebäude der Vereinten Nationen zu einem ersten Gespräch mit Unterhändlern des syrischen Regimes zusammen. Allerdings fehlten Vertreter der wichtigsten Oppositionsgruppen. Das in der saudischen Hauptstadt Riad ansässige Hohe Verhandlungskomitee der Regimegegner ließ die Entscheidung über eine Teilnahme weiter offen.

Seit Tagen gibt es einen Streit darüber, wer die Opposition bei den Gesprächen vertritt. Das Riad-Komitee fordert zudem vor den Verhandlungen einen Stopp der Angriffe auf Zivilisten, ein Ende der Blockaden syrischer Städte sowie weitere Hilfslieferungen. Der türkische Staatschefs Recep Tayyip Erdogan rief die syrische Opposition auf, nicht an den Friedensgesprächen teilzunehmen, solange es keinen Waffenstillstand gebe. Wie der Sender CNN Türk meldete, sagte Erdogan, eine Teilnahme an den Gesprächen zu den derzeitigen Bedingungen wäre ein "Verrat" an den Kämpfern an der Front.

Misturas Fahrplan sieht vor, dass er zunächst getrennte "Annäherungsgespräche" mit den Konfliktparteien führt. Damit will er den Weg für direkte Verhandlungen bahnen. Der UN-Sondervermittler rechnet damit, dass die Verhandlungen mindestens sechs Monate dauern.

Die Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP), Bettina Luescher, erklärte in Genf, die Syrer bräuchten dringend Frieden. 18 Regionen in Syrien stünden unter einer Blockade. 4,6 Millionen Syrer lebten in Gebieten, die belagert oder schwer zu erreichen seien. (Kommentar)
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