"Tag der Freude"

Frankfurt war dieses Jahr Gastgeber der offiziellen Feierlichkeiten zum Tag der Einheit am 3. Oktober. Am Abend erhellte eine Lichtshow den Himmel über der Mainmetropole. Rund 1,4 Millionen Menschen feierten hier am Wochenende den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung. Bild: dpa

"Glücklichere Zeiten gab es in Deutschland nie", sagt der Bundestagspräsident zum 25. Jahrestag der Einheit. Und Gauck und Merkel mahnen, dass nun ein vergleichbarer Kraftakt wie der Aufbau Ost bevorstehe.

Bundespräsident Joachim Gauck hat bei der Jubiläumsfeier zur Deutschen Einheit die Integration der Flüchtlinge eine größere Aufgabe als die Wiedervereinigung genannt. Beim zentralen Festakt in Frankfurt am Main zum 25. Jahrestag der Einheit sagte er: "Wie 1990 erwartet uns eine Herausforderung, die Generationen beschäftigen wird. Doch anders als damals soll nun zusammenwachsen, was bisher nicht zusammen gehörte." Auch damals habe es kein historisches Vorbild gegeben, trotzdem hätten Millionen Menschen die Aufgabe angenommen und bewältigt.

Ein neuer Kraftakt

Weit mehr als eine Million Deutsche feierten am Wochenende die Wiedervereinigung. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem "Tag der Freude". Sie bat alle Bürger, die Kraft, die bei der Einheit spürbar geworden sei, jetzt auf die Integration von Flüchtlingen zu lenken. Es gelte, diese Herausforderung "innerlich anzunehmen", sagte sie im Deutschlandfunk. Die Kanzlerin rief zur Zusammenarbeit in Europa auf. Es müsse eine faire Aufgaben- und Lastenteilung geben, sagte sie vor dem offiziellen Festakt. Noch nie habe es so viele Flüchtlinge gegeben. "Das müssen wir gemeinsam schaffen, Deutschland, Europa und die Welt."

In der Hauptstadt musste die Festmeile am Brandenburger Tor wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen werden. Bei der Feier am Reichstag mahnte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), die deutsche Einheit und das Zusammenwachsen Europas nicht als Selbstverständlichkeit zu sehen. "Glücklichere Zeiten gab es in Deutschland nie", sagte er. Gastgeber der zentralen Feierlichkeiten war Hessen, denn der Festakt zum Tag der Einheit findet traditionell in dem Bundesland statt, das aktuell den Vorsitz im Bundesrat hat. Auch der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière waren gekommen. Auch eine Gruppe von Flüchtlingen nahm auf Einladung der hessischen Landesregierung am Festakt teil.

Kleinere Zwischenfälle

Es sei ein fröhliches und würdiges Fest der Vielfalt in der Einheit gewesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Sonntag in einer Bilanz. Die Polizei sprach von kleineren Zwischenfällen bei Protesten. Am Samstagnachmittag hatten etwa 50 Demonstranten in Frankfurt das Bundesrat-Zelt gestürmt und damit die symbolische Übergabe der Bundesratspräsidentschaft von Hessen an Sachsen verzögert. Die Demonstranten warfen unter anderem mit Karteikarten um sich und verlangten ein Bleiberecht für Flüchtlinge.
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